Erinenrungen an die eigene Geschichte: "Bullen"-Gewinner David Safier liest in Buxtehude

Zwölf Kilo und 5.000 Euro schwer: Der "Buxtehuder Bulle" ging im Jahr 2014 an David Safier
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  • Zwölf Kilo und 5.000 Euro schwer: Der "Buxtehuder Bulle" ging im Jahr 2014 an David Safier
  • Foto: Hansestadt Buxtehude / Daniela Ponath Fotografie
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Bestseller-Autor David Safier liest aus seinem Werk „28 Tage lang“ und nimmt „Buxtehuder Bullen“ entgegen

ab. Buxtehude. Unter großem Beifall nahm der Gewinner des „Buxtehuder Bullen“ 2014, Bestseller-Autor David Safier (48), am Freitagabend die zwölf Kilo schwere Skulptur von Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt für sein Buch „28 Tage lang“ auf der Halephagenbühne entgegen. Der „Bulle“ ist mit 5.000 Euro dotiert. Zuvor hatte Moderator und Laudator Yared Dibaba in seiner Rede das Thema Flüchtlinge zur Sprache gebracht: Es herrsche keine Krise der Flüchtlinge, sondern eine Krise der Menschlichkeit, stellte der Moderator heraus.

Am Mittag hatte Safier im Forum Süd aus seinem Werk gelesen. Zwei Deutsch-Leistungskurse der elften Klasse folgten der ruhigen Stimme des Autors gebannt in das Grauen des Warschauer Ghettos.

Die Geschichte um Protagonistin Mira, eine 16-jährige Jüdin, die den Aufstand des Warschauer Ghettos im Zweiten Weltkrieg miterlebt, ließ niemanden kalt. Die Schüler lauschten hoch konzentriert. Jeder schien zu ahnen, dass es in Safiers Buch Parallelen zu der Vergangenheit seiner Familie gibt. Das bestätigte der Schriftsteller, als er von seinem Vater berichtete. Dieser sei Jude gewesen und 1915 in Wien geboren. Er habe viel Schlimmes erlebt, die Flucht aus Österreich war ihm zwar geglückt, aber die schrecklichen Erlebnisse im Holocaust traumatisierten ihn für den Rest seines Lebens.

Die Kernfrage seines Buches sei, was für ein Mensch man sein wolle - einer, der kämpft, einer, der möglicherweise tötet, oder einer, der dies nicht tut. Die Geschichte über das Warschauer Ghetto zeige das Schlimmste und das Beste, wozu Menschen fähig seien, sagt Safier,

Alle Figuren würden Aspekte des Autoren in sich tragen, erklärte Safier in der anschließenden Fragerunde. Am ähnlichsten seien ihm allerdings die Protagonistin und deren Schwester Hannah, die im Verlauf der Geschichte stirbt. „Das hat mich selbst überrascht und betroffen gemacht. Figuren entwickeln sich während des Schreibens, sie bekommen eine eigene Dynamik“, erklärte er. Und wenn es einem Autor gelänge, sich selbst zu überraschen, wären seine
Leser ebenfalls überrascht.

„Möglicherweise wird das Buch verfilmt“, so der Autor weiter. Es gebe Menschen, die den Film machen wollten, ob er tatsächlich zustande kommt, könne er noch nicht verbindlich sagen.

• David Safier, „28 Tage lang“, Rowolt Verlag, ISBN: 978-3499266638, 9,99 Euro

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