Zwei Superintendenten im WOCHENBLATT-Gespräch
Fachkräftemangel gibt es auch in Gotteshäusern

Die Petri-Kirche in der Buxtehuder Altstadt: Auch Kirchengemeinden bemerken den Fachkräftemangel
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Service
Zahlreiche mobile Impfteams sind im Landkreis Harburg unterwegs

Wo wird momentan geimpft?
Aktuelle Impfangebote im Landkreis Harburg

(lm). Wo wird im Landkreis Harburg aktuell geimpft? In zahlreichen Einrichtungen nehmen mobile Impfteams des DRK und der Johanniter derzeit den Kampf gegen das Coronavirus auf.  Diese Veranstaltungen wurden im Landkreis Harburg wegen Corona abgesagt Donnerstag, 27. Januar: Buchholz, Buchholzer Höfe, 12 bis 19 UhrNeu Wulmstorf, Impfstützpunkt Am Marktplatz 24, 9 bis 16 UhrWinsen, Impfstützpunkt, 10 bis 17 UhrTostedt, Haus der Begegnung, 10 bis 14 UhrSalzhausen, Altes Feuerwehrgerätehaus, 10 bis...

Panorama
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Corona-Zahlen am 26. Januar im Landkreis Harburg
Inzidenzwert sinkt den dritten Tag in Folge

(lm). Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Harburg ist am heutigen Mittwoch, 26. Januar, erneut leicht gesunken. Am Vortag lag der Wert bei 1.274,5, heute bei 1.263,6. Am Mittwoch der Vorwoche zuvor belief sich der Inzidenzwert auf 976,9.  374 neue Corona-Fälle wurden heute vermeldet, 3.235 waren es in den vergangenen sieben Tagen. Die landesweiten Werte der Hospitalisierungsinzidenz (6,9 auf 7,3) und der Intensivbettenbelegung (4,9 auf 5,2 Prozent) sind dagegen angestiegen.  Seit Ausbruch der...

Politik
So sieht das Grobkonzept für das Eingangsgebäude für Gastronomie undden Eingangs-/Kassenbereich aus   Foto: Polyplan GmbH und Planungsbüro Kreikenbaum + Heinemann, Bremen

Baubeginn im August
Im August beginnt der Bau des Naturbades in Winsen

thl. Winsen. Im Mai 2024 soll das Naturbad im Eckermannpark fertig sein und kurz danach eröffnet werden. Diesen Fahrplan gab jetzt Angelina Gastvogel von der Stadtverwaltung in der Sitzung des des Ausschusses für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften vor, die am Dienstagabend im Marstall stattfand. Gastvogel stellte dabei die Entwurfsplanung für das Bad vor, die nahezu komplett abgeschlossen ist. "Der Förderantrag beim Bund ist fristgerecht eingereicht worden, jetzt sind wir im...

Wirtschaft
Die Beluga XL soll die Beluga ST ersetzen
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Die Beluga-Reihe
Airbus gründet kommerzielle Airline für XXL-Fracht

(sv). Sie ist zu einem gewohnten Anblick am Himmel über Stade geworden: Die Beluga im Anflug auf Finkenwerder. Vor fast 30 Jahren absolvierte die Airbus-Beluga-Reihe ihren Erstflug mit XXL-Frachten, nun sollen die bisher eingesetzten Beluga ST bis 2023 durch sechs größere Beluga XL ersetzt werden, die statt einem gleich zwei A350-Flügel transportieren können. Am Boden sollen die ausgemusterten ST-Flugzeuge jedoch nicht bleiben: Angesichts des wachsenden Nischenmarkts hat Airbus jetzt einen...

Blaulicht
Ersthelfer leisteten zwar Erste Hilfe, doch der Fahrer konnte auch von den Rettungskräften nicht mehr gerettet werden
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Horneburg: 68-Jähriger stirbt an Unfallstelle
Toter nach schwerem Verkehrsunfall

sv/nw. Horneburg. Ein 68-jähriger Fahrer ist am frühen Donnerstagnachmittag bei einem schweren Verkehrsunfall in Horneburg ums Leben gekommen. Gegen 13.30 Uhr war der VW-Tiguan-Fahrer aus Friedrichskoog auf der Landesstraße 124 zwischen Issendorf und Horneburg unterwegs, als er in einer leichten Rechtskurve aus bisher ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn abkam und dort frontal gegen einen Straßenbaum prallte. Durch die Wucht des Aufpralls stürzte der Pkw auf die Beifahrerseite, der...

Service
Rund 85 bis 90 Prozent der Fragen zu Corona werden direkt bei der Hotline beantwortet
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Täglich bis zu 450 Anrufe
Corona-Update vom 27. Januar: Bei der Corona-Hotline des Landkreises Stade glühen die Drähte

jd. Stade. Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Stade steigt weiter in einem rasanten Tempo: Binnen eines Tages sind 447 weitere Neuinfektionen registriert worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis liegt am Donnerstag, 27. Januar, bei 773. Angesichts steigender Fallzahlen soll die vor knapp zwei Wochen eingerichtete Corona-Hotline des Landkreises (Tel. 04141 - 123456) künftig auch nachmittags erreichbar sein. Bislang kann die Nummer montags bis freitags angewählt werden. Die Menschen...

Wirtschaft
Beim umstrittenen Thema Surfpark hielten sich die Stimmen von Befürwortern und Gegnern die Waage

Online-Voting im WOCHENBLATT
Leser-Umfrage zum Surfpark Stade: Fast ein Patt

jd. Stade. Dieses Bauprojekt bietet offenbar reichlich Diskussionsstoff: Beim geplanten Surfpark in Stade gehen die Meinungen auseinander. Das WOCHENBLATT wollte ein Stimmungsbild bei den Leserinnen und Lesern einfangen und richtete daher ein Online-Voting aus. Das brachte folgendes Ergebnis: 49 Prozent sprechen sich für einen Surfpark aus, 46 Prozent positionieren sich ganz klar dagegen. Der Aussage, dass der Surfpark nur gebaut werden soll, wenn bestimmte ökologische Kriterien eingehalten...

Die Region profitiert von der Nähe zu Hamburg / Berufsbild Pastor wird sich wandeln (tk). Ist das realistisch? Gottesdienst nur noch alle zwei Wochen, weil der Kirche Pastorinnen und Pastoren fehlen? Der Fachkräftemangel als Bremse in der Wirtschaft macht auch vor der Evangelischen Kirche nicht halt. In der Landeskirche gibt es Schätzungen, dass bis 2030 rund 600 Stellen unbesetzt sein könnten. Das WOCHENBLATT hat in den Kirchenkreisen Hittfeld und Buxtehude nachgefragt. Die beiden Superintendenten Dirk Jäger (Hittfeld) und Dr. Martin Krarup (Buxtehude) sehen das Problem, sind für unsere Region aber dennoch optimistisch. Die Kirchen werden nicht abgeschlossen.

"Wir profitieren von der Lage in der Metropolregion vor den Toren Hamburgs", sagt Martin Krarup. Partnerinnen und Partner von Pastoren und Pastorinnen würden zum Beispiel leichter einen Job finden. Und die Nähe zu Hamburg mit den kulturellen Angeboten sei attraktiv. "Ein klarer Standortvorteil", so Krarup. Es sagt aber dennoch: "Wir sitzen alle in einem Boot." Was bedeutet, dass der Fachkräftemangel bei Seelsorgern ein Thema ist, das alle Gemeinden angeht.

Sein Hittfelder Kollege Dirk Jäger hält nichts von unnötigem Alarmismus ("Die Zahlen unbesetzter Stellen sind unbeständig"), macht sich aber dennoch Gedanken, wie dem Mangel zu begegnen wäre. Sein Ansatz: das Berufsbild zu verändern. Junge Theologinnen und Theologen würden "völlig zu Recht einfordern, dass sie nicht rund um die Uhr im Dienst sind". Sprich: mehr geregelte Arbeits- und Freizeit. Jägers Ansatz: "Seelsorge kann auch im Team erfolgen." Wenn Pastor A. frei hat, ist Pastorin B. für die Menschen Ansprechpartnerin. Jederzeit im Dienst zu sein, sei heute nicht mehr durchzusetzen. "Wir müssen den Pfarrberuf attraktiver gestalten", so Jäger. Dabei übt er auch Kritik: "Das hätten wir mühelos schon vor 20 Jahren angehen können." Er wünsche sich "etwas mehr Mumm" bei der Problemlösung.

Dirk Jäger
  • Dirk Jäger
  • Foto: Carolin Wöhling
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Wird der Beruf Pastor als Teamarbeit betrachtet, gebe es einen weiteren Vorteil: Arbeitsteilung nach Interesse und Neigungen. Dem einen mache die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mehr Spaß, der andere können vielleicht Seniorenarbeit besser, so Jäger.

Übrigens: Ein Grund, warum zum Beispiel der Kirchenkreis Buxtehude weit weniger vom Seelsorger-Mangel als andere Regionen betroffen ist, hat historische Gründe. Als im Mittelalter und der frühen Neuzeit viele Kirchen gebaut wurden, "sind viele Dörfer auf der Geest dafür schlichtweg zu arm gewesen", sagt Martin Krarup. So habe nicht jedes Dorf sein eigenes Gotteshaus bekommen. Die einzelnen Landgemeinden sind dadurch historisch schon größer, weil es weniger Kirchen und damit auch weniger zu besetzende Stellen gibt.

Dr. Martin Krarup
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(tk). Das Theologiestudium dauert zu lange und hat mit der Pflicht, Latein, Griechisch und Hebräisch zu lernen, zudem extrem hohe Hürden, lautet ein Kritikpunkt an der akademischen Nachwuchs-Ausbildung. Für Buxtehudes Superintendenten Dr. Martin Krarup ist Latein aber unverzichtbar. "Sonst könnte ein Pastor oder eine Pastorin nicht einmal Inschriften in der Kirche lesen." Auch viele Kirchenlieder seien auf Latein.
Den Verzicht auf die beiden anderen Sprachen hält Krarup ebenfalls für falsch. "Dabei geht es nicht um intellektuelle Erhöhung, sondern um Inhalte", so der Superintendent. Für ihn müsse ein Pastor in der Lage sein, Textstellen im Original lesen zu können, um ein tieferes Verständnis zu erlangen. "Das ist etwas, was die Menschen zu Recht von uns erwarten", sagt er.

"Das Berufsbild wird trotzdem bunter", sagt Martin Krarup. Etwa dadurch, dass Quereinsteiger über einen Studiengang Pastorin bzw. Pastor werden können.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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