Frauen-Beauftragte: "Sexkäufer müssen bestraft werden"

Der Vorstand der kommunalen Frauenbüros. Anne Behrends (re.), Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stade, gehört auch dazu
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Frauenbeauftragte tagen in Stade: Diskussion über Prostitutionsverbot, Hebammen-Engpass und Feiertage

bc. Stade. Prostitutionsverbot, Hebammen-Engpass und Feiertags-Diskussion: Das waren die drei großen Themen, die bei der Landeskonferenz kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbüros (lag) am Donnerstag in Stade diskutiert wurden. Zuvor lud der Vorstand, zu dem auch Anne Behrends, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stade, zu einem Pressegespräch ins Kreishaus ein.
• Ein Prostitutionsverbot nach schwedischem Modell würden viele der insgesamt 64 Konferenz-Teilnehmerinnen gerne einführen. Behrends: "Es gibt dazu aber auch bei uns unterschiedliche Meinungen. Ich bin für das nordische Modell." In Schweden unterliegen die Freier bereits seit 1998 der Strafverfolgung. "Freier oder besser Sexkäufer nutzen oftmals Notlagen der Prostituierten aus", so Behrends. Die wenigsten Frauen werden aus freier Entscheidung ihren Körper anbieten. Prostitution sei nicht förderlich für die Gleichstellung von Männern und Frauen. Behrends: "Das zementiert Rollenbilder."
Simone Semmler, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Salzgitter, fielen während der Anfahrt die vielen Love-Mobils an den Bundesstraßen auf. Deutschland sei der Puff Europas, so Semmler. Prostitution sei systematischer, geschäftsorientierter Missbrauch von Frauen.
• Die Frauenbeauftragten setzen sich darüber hinaus für den Beruf der Hebamme ein. Die Anforderungen an den Job seien hoch, die Bezahlung sei schlecht. Die Ausbildungsstruktur müsse dringend verändert werden. Es herrsche akuter Handlungsbedarf. In den nächsten Jahren gehen 25 Prozent der Hebammen in den Ruhestand, die Zahl der Geburten steige aber kontinuierlich. In den Landkreisen müsse eine zentrale Hebammenstelle geschaffen werden (siehe weiterer Artikel auf dieser Seite).
• Außerdem setzen sich die kommunalen Frauenbüros für einen weiteren Feiertag in Niedersachsen am 8. März ein, dem Internationalen Frauentag. Der Anlass läge auf der Hand. 2018 werde das hundertjährige Jubiläum des Frauenwahlrechts gefeiert. Anders als der von der Politik favorisierte Reformationstag sei der Frauentag ein Tag, der die gesamte Bevölkerung betrifft, ohne einen religiösen Hintergrund. Am 18. Mai wird der Landtag in Hannover entscheiden. Der Reformationstag gilt als sicher.

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Björn Carstens aus Buxtehude

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