Blick in das neue Wasserwerk in Eilendorf
In Buxtehude gibt es 2.000 Jahre altes "Christuswasser"

Jede Menge Riesenfilter und Rohrsysteme: Stadtwerkechef Stefan Babis (re.) und Detlef Dammann, der fürs Buxtehuder Trinkwasser verantwortlich ist, im neuen Wasserwerk in Eilendorf
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Stadtwerke Buxtehude: ein Blick hinter die Kulissen des neuen Wasserwerks in Eilendorf tk. Buxtehude. Wer in Buxtehude den Wasserhahn aufdreht, bekommt eine geradezu historische Erfrischung: 2.000 Jahre ist das Wasser alt, das aus den Trinkwasserbrunnen gefördert wird. Über "Christuswasser" wollten die Stadtwerke Buxtehude aber nicht informieren, als sie zum Blick hinter die Kulissen des neuen Wasserwerks in Eilendorf eingeladen hatten. Rund 4,2 Millionen Euro haben sie in das neue Gebäude samt Technik, drei neue Förderbrunnen sowie neue Transportleitungen investiert.

In der großen Halle stehen sechs meterhohe Filter, in denen das Rohwasser aufbereitet wird. Erstaunlich daran: Der Reinigungsprozess ist ein vergleichsweise einfaches Verfahren. Chemie kommt nicht zum Einsatz. Dem Wasser aus der Tiefe wird nur Sauerstoff beigemischt. Der löst Eisen und Mangan, die sich im Quarzsand der Filter absetzen. "Unsere Wasserqualität ist von Natur aus sehr gut", sagt Stadtwerkechef Stefan Babis. Der Grund: Die 150 bis 180 Meter tiefen Brunnen werden von einer Lehmschicht geschützt, die den Eintrag von Nitraten oder Schwermetallen verhindern. 

Die Investition in das neue Wasserwerk werde die Versorgung für die nächsten 40 Jahre sichern, so der Stadtwerkechef. Mit diesem Projekt ist aber noch nicht Schluss. Im kommenden Jahr werden Technik und Filter des Wasserwerks auf dem Stadtwerkegelände erneuert. Die historische Fassade des Gebäudes bleibt aber erhalten. Wenn dort gearbeitet wird, kann das Wasserwerk in Eilendorf die Versorgung übernehmen. Es wird längst nicht so viel Wasser aus der Tiefe geholt, wie erlaubt wäre. Es ist also noch viel Luft nach oben. In Eilendorf konnten bislang 1,2 Millionen Kubikmeter im Jahr gefördert werden. Jetzt sind es 1,65 Millionen Kubikmeter.

"Versorgungsengpässe hat es aber auch vorher noch nie gegeben", sagt Eckhard Dittmer von den Stadtwerken. Auch im Hitzesommer 2018 blieb der Druck auf allen Wasserleitungen gleich hoch. Dabei lag der Verbrauch zu abendlichen Spitzenzeiten um 50 bis 100 Prozent über der sonst üblichen Wasserabnahmemenge.

Auch wenn sich im Wasserwerk alles ums Wasser dreht - sichtbar ist das kühle Nass nirgendwo. Nur dann, wenn jeweils einer der Wasserhähne aufgedreht wird, aus denen getrennt Roh- und Filterwasser kommt. "Das wird jeden Tag von uns beprobt", sagt Stadtwerke-Detlef Dammann. Grund dafür: Wasser ist ein Lebensmittel und unterliegt damit strengen Richtwerten. Wobei das Buxtehuder Rohwasser bereits so rein ist, dass es vor der Filterung getrunken werden könnte. Dass Eisen und Mangan herausgefiltert werden, habe vor allem optische Gründe. Waschbecken oder Toilettenschüssel würden sonst rot-braue Verfärbungen bekommen.
Wasser ist nicht nur ein Lebensmittel, sondern ein kostbares Gut. "Wasser ist Leben", zitiert Stefan Babis einen wichtigen Grundsatz. Das wollen die Stadtwerke ihren Kunden auch vermitteln. Denn auch in 2.000 Jahren sollten die Menschen aus den Tiefen des Buxtehuder Bodens noch Wasser fördern können. Dann allerdings mit einer komplett anderen Technik, meint Eckhard Dittmer mit Blick in die ganz weite Zukunft. Die Ursache: Die Lehmschicht, die das Wasser seit Tausenden von Jahren vor Verunreinigung schützt, wird irgendwann durchlässiger werden. Schadstoffe könnten eindringen. Es sei denn, die Menschheit bekommt es vorher hin, mit den Schätzen der Natur in Einklang zu leben.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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