Tipps, wie auch Laien tolle Fotos hinbekommen
In den Weiten des Weltalls mit der Kamera unterwegs

Der "Großer Orionnebel" in 1.400 Lichtjahren Entfernung ist ein gewaltiger Wasserstoffnebel, in dessen Inneren noch heute Sterne entstehen. Diese Aufnahme gelang mit einem Fernrohr mit 1.200 Millimeter Brennweite als Kameraobjektiv. 20 Fotos mit je einer  Minute Belichtungszeit wurden zu diesem Bild addiert ("gestackt")
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  • Der "Großer Orionnebel" in 1.400 Lichtjahren Entfernung ist ein gewaltiger Wasserstoffnebel, in dessen Inneren noch heute Sterne entstehen. Diese Aufnahme gelang mit einem Fernrohr mit 1.200 Millimeter Brennweite als Kameraobjektiv. 20 Fotos mit je einer Minute Belichtungszeit wurden zu diesem Bild addiert ("gestackt")
  • Foto: Frank Winkelmann
  • hochgeladen von Tom Kreib

tk. Buxtehude. Die Fotos von Frank Winkelmann entführen in sehr weit entfernte Welten: Planeten, Galaxien, Sternennebel: Der Buxtehuder Künstler und Kunstlehrer ist seit Jugendtagen begeisterter Astronomie-Fan und macht Fotos aus den Weiten des Weltalls, die den Betrachter faszinieren. Dafür ist bestimmt eine Ausrüstung im Wert von Tausenden Euro notwendig, denkt der Betrachter der beeindruckenden Fotos zwangsläufig. Frank Winkelmann schüttelt den Kopf: "Für den Anfang, etwa tolle Fotos von der Milchstraße, reichen eine einfache Spiegelreflexkamera, ein Stativ, ein bisschen Wissen und vor allem Lust aufs Ausprobieren." Auch ein Laie könne tolle Ergebnisse erzielen. Dem WOCHENBLATT hat er einige Tricks verraten.

"Die digitale Technik macht vieles möglich und vor allem einfach", sagt Frank Winkelmann. Der wesentliche Trick sei, dass die digitalen Bilder mittels kostenloser Programme übereinander gelegt werden (stacking) und am Ende des Rechenprozesses ein tolles Foto herauskomme. "Aus 20 bis 30 Einzelbildern entsteht so ein Superfoto", macht er Anfängern Mut. Das könne jeder ausprobieren, der die Milchstraße an einem Ort mit wenig störender Beleuchtung fotografieren wolle. Seine Tipps: Kamera aufs Stativ, Iso hochsetzen bis maximal 1600, die Blende weit öffnen und das Objektiv für die Milchstraße im Weitwinkelmodus benutzen. Für die Belichtung gelte folgende Faustformel: 500 geteilt durch die Brennweite des Objektivs in Millimeter. Bei dieser Fotosession muss die Kamera nicht nachgeführt werden. Wer nicht mit einem Fernauslöser arbeiten will, kann sich für rund 20 Euro einen Timer für die Kamera kaufen. "Die Einzelbilder aus so einer Serie ergeben am Ende per Stacking ein tolles Milchstraßenbild."

Für Frank Winkelmann ist die Beschäftigung mit Astronomie etwas "das den Horizont erweitert." Die Beschäftigung mit Planeten und Sternen habe für ihn "etwas Philosophisches", denn die Dimensionen in der Astronomie seien "kaum vorstellbar". Wen das einmal gepackt habe, der komme so schnell nicht wieder los, sagt Frank Winkelmann, der seit zehn Jahren bei der Astronomie AG in Buxtehude mitmacht. 
Wer wie er dieses Hobby mit der Fotografie verbindet und tiefer in die Weiten des Weltalls vordringen wolle, müsse natürlich etwas mehr Technik haben. "Der Markt boomt, es gibt auch kostengünstige Dinge", weiß der Experte. Fernrohre, an die eine Kamera angeschlossen werden, und sogenannte Montierungen zum punktgenauen Ausrichten und automatischem Nachführen der Kamera müssten schon sein, wenn es mehr als ein Milchstraßenfoto werden solle.

Mit etwas Erfahrung kann der Sternenfreund aber auch tolle Fotos ohne Equipment machen. Frank Winkelmann war vor geraumer Zeit in Venedig und hatte vergessen, dass eine totale Mondfinsternis ansteht. Ohne Stativ und zusätzliche Technik, nur mit seiner Kamera und einem Objektiv mit 200 Millimeter Brennweite sind Fotos entstanden, die den Laien verblüffen.

Außerdem plant Frank Winkelmann eine AG für Kinder und Jugendliche, die sich alle 14 Tage in Buxtehude trifft. Mehr Infos unter ( 04161 597650.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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