Kinderschutzbund diskutiert Mediennutzung: "Handy-Verbot bringt nichts"

Moritz Becker
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tk. Landkreis. "Verantwortungsbewusste Eltern schicken ihr Kind nicht mit dem Bobbycar auf die Bundesstraße", sagt Moritz Becker (Foto) vom Verein "smiley", der die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen fördert. Er vergleicht Verkehrserziehung mit Medienerziehung. Wer Kinder zum vernünftigen Umgang mit Smartphone uns Co. erziehe, handele richtig und verantwortungsbewusst. Das Smartphone zu verbieten, sei keine Lösung. "Wer über Kinderrechte spricht, muss auch akzeptieren, dass Kommunikation ein Kinderrecht ist."

Becker war einer der Referenten beim Landestreffen des Kinderschutzbundes, das kürzlich in Stade stattfand. Ein zentrales Thema: "Apps & Co.: Kinder und Jugendliche haben Recht auf Medien und Information."

Becker hat einen treffenden Vergleich, der deutlich macht, dass die Verteufelung von sozialen Medien nicht zielführend ist: "Auf ein Blatt Papier kann ich einen Liebes- oder Drohbrief schreiben." Doch niemand denke darüber nach, Papier zu verbieten. "Wir müssen Kinder und Jugendliche befähigen, mit sozialen Medien verantwortungsvoll umzugehen", ist seine Überzeugung.

Was er bisweilen absurd findet: Wenn Eltern WhatsApp und Co. selbst nutzen, ihren Kindern jedoch den Zugang verbieten. "Es ist die Elternangst, die zu Verboten führt." Bekämen diese Kinder erst sehr viel später als ihre Altersgenossen das erste Smartphone, würden sie gänzlich unvorbereitet sein. Generell beobachtet er den positiven Trend, dass Mütter und Väter heute selbst über sehr viel mehr Wissen und Erfahrung mit modernen Medien verfügten als noch vor zehn Jahren.

Bei allen Vorteilen, die Smartphone und Tablet in der Kommunikation haben, zieht Moritz Becker dennoch eine klare Grenze: "Keine App ersetzt das Vorlesen durch die Eltern." Foto:smiley

Autor:

Tom Kreib

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