Landkreis betreibt Kahlschlag in Buxtehude

Der Baumstumpf zeigt: Das war ein echter grüner Riese Fotos: tk
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Baumfällung endete nicht an den Bahngleisen / Ödnis auf kreiseigener Fläche

tk. Buxtehude. Die Männer mit der Kettensäge haben ganze Arbeit geleistet: Auf einer Fläche zwischen Stader Straße, Gildehaus, Este und den Bahnschienen in Buxtehude steht kein einziger Baum mehr. Die Stämme sind gestapelt und abholbereit. Auf dem innenstadtnahen, unbebauten Grundstück wurde radikaler Kahlschlag praktiziert. Wer zum Beispiel vom Brillenburgsweg auf die Stader Straße abbiegen will, guckt jetzt voller Verwunderung auf eine Ödnis, wo noch bis vor Kurzem grüne Riesen standen. Verantwortlich für die Fällaktion ist der Landkreis Stade, hat die WOCHENBLATT-Recherche ergeben. "Klima Killer" hat ein Baumfreund auf einen der abgesägten Stämme gesprayt.

Kreissprecher Christian Schmidt erklärt den Hintergrund: Auslöser war die Maßnahme der Bahn, entlang der Schienen Bäume zu fällen, die bei Sturm auf die Gleise stürzen könnten. Damit soll verhindert werden, dass die Züge bei jedem stärkeren Sturm wegen umgestürzter Bäume ausfallen. Es habe sich bei den in Schienennähe gefällten Bäumen in Buxtehude überwiegend um bis zu 25 Meter hohe Pappeln gehandelt.

Allerdings stellt sich die Frage, warum nicht nur in der üblichen Entfernung zu den Gleisen von rund 30 Metern die Säge angesetzt wurde. Das gesamte Areal wurde radikal bearbeitet. Laut Kreissprecher Schmidt habe sich der Landkreis dazu entschlossen, weil durch die Entnahme der Baumreihe an den Schienen der Wind die übrigen Bäume bei Sturm zum Umfallen hätte bringen können. "Es sollte kein Risiko Richtung Stader Straße eingegangen werden", so Christian Schmidt.

Wer einen Blick auf die kahle Fläche wirft, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob das wirklich notwendig war und ob der Kreis nicht mit zweierlei Maß misst. Er ermittelt gegen den Unterhaltungsverband Schwinge, der in Stade-Hagen Bäume in einem Naturschutzgebiet Bäume gefällt hatte. Grund dafür ist die Entschlammung eines Bachbetts gewesen gewesen. Um Platz für den Bagger zu schaffen, wurden rund 40 Bäume gefällt. Wie dieses Verfahren ausgeht, ist derzeit noch offen.

Der Landkreis will mit niedrigen Gehölzen die Kahlschlag-Fläche in Buxtehude aufforsten. Ob das noch in diesem oder erst im kommenden Jahr geschehe, stehe aber nicht fest. Tatsache ist, dass der Anblick derzeit trostlos ist.

Übrigens: Zurzeit reparieren die Stadtwerke Buxtehude auf diesem Grundstück eine Gasleitung. Mit der Aktion "Baum weg" haben sie aber überhaupt nichts zu tun.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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