Lesung mit Laura Gehlhaar in Buxtehude: Von Tinder-Dates und blöden Gaffern

Laura Gehlhhaar und Christian Au Foto: Schinner
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tk. Buxtehude. Es gibt Momente, in denen würde die Berliner Autorin und Bloggerin Laura Gehlhaar die "großen Kriege und kleinen Schlachten" gerne beenden und "ihre Rüstung ablegen". Warum sie das nicht kann, machte sie kürzlich bei einer Lesung in Buxtehude aus ihrem Buch "Kann man da noch was machen - Geschichten aus dem Leben einer Rollstuhlfahrerin" deutlich. Wenn sogenannte Freunde ihr sagen "wenn ich du wäre, hätte ich mich umgebracht" sind ein deutlicher Beleg dafür, dass ein Leben mit Behinderung in der Wahrnehmung für viele Menschen nicht normal ist.

Die Sozialpädagogin und Psychologin schreibt und bloggt über ihr Leben im Rollstuhl und tut das ohne Selbstmitleid, dafür aber mit einer großen Prise Selbstironie.  Sie erzählt von Tinder-Dates, bei denen ein Mann erst über den Hund seiner Ex-Freundin berichtet, um dann schlusszufolgern, dass die Ex ja auch "irgendwie behindert" gewesen sei, weil sie leicht übergewichtig war.

Laura Gehlhaar ist eine engagierte Kämpferin für Inklusion. Ihre zentrale Botschaft: "Ich lebe, denke, fühle und liebe wie jeder andere Mensch auch." Dabei entlarvt sie auch schonungslos das merkwürdige Verhalten mancher Zeitgenossen im Umgang mit Menschen mit Behinderung. In einem Kapitel ihres Buches schreibt sie etwa darüber, dass sich in einem Münchener Biergarten drei Männer extra umgesetzt hätten,um sie besser anstarren zu können - gesprochen hat keiner der Gaffer auch nur ein Wort mit ihr. Ein Erlebnis, das die Autorin auf ähnliche Art auch in Buxtehude auf dem Weg zur Lesung gemacht hatte. Ein Auto, so berichtete sie, habe extra gebremst, um sie besser angucken zu können.
Eingeladen hatte der ehrenamtliche Buxtehuder Behindertenbeauftragte Christian Au zu der Veranstaltung. Er hatte die Autorin in Berlin kennengelernt. "Ich habe selten so gelacht wie bei dieser Lesung", erinnert er sich an das Kennenlernen.

Weil der Besucherandrang sehr groß war, wollen Christian Au und Susanne Epskamp von der Stadtverwaltung künftig weitere Veranstaltungen dieser Art planen.

Autor:

Tom Kreib

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