Kultusminister Grant Hendrik Tonne: "Maßnahmen zeigen Wirkung"
Niedersachsenweit 1.710 neue Lehrer

(ab). Zu Beginn des neuen Schuljahres haben 1.710 neue Lehrkräfte in Niedersachsen ihren Dienst aufgenommen. Das teilte jetzt das Niedersächsische Kultusministerium in einer Pressemitteilung mit. Nach derzeitigem Stand konnten so 90 Prozent der rund 1.900 freien Stellen besetzt werden. Damit wird die landesweit durchschnittliche Unterrichtsversorgung nach heutigen Prognosen bei 99,8 Prozent anstelle der bisherigen 99,4 Prozent liegen.

Eine Wende bei der Unterrichtsversorgung sei geschafft, sagt Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). "Unsere Maßnahmen zur Stabilisierung und Verbesserung der Unterrichtsversorgung zeigen Schritt für Schritt Wirkung." Das Einstellungsverfahren laufe weiter. Er sei zuversichtlich, so Tonne, dass es gelingen werde, noch weitere Stellen zu besetzen. 

Unter den neuen Lehrkräften sind 122 Quereinsteiger (sechs Prozent). 608 neue Lehrkräfte wurden an Grund-, Haupt- und Realschulen eingestellt, 255 an Gymnasien, 467 an Gesamtschulen, 255 an Ober- und 125 an Förderschulen. Damit wurden 300 Lehrkräfte mehr eingestellt, als aus dem Dienst ausscheiden. Insgesamt wurden im Jahr 2019 rund 750 Lehrkräfte mehr eingestellt, als in Pension gegangen sind. 

Trotz der verbesserten Unterrichtsversorgung legt das Kultusministerium noch das Sonderprogramm "Starke Sek-I-Schulen" auf, ein Modellprojekt, das die Attraktivität erhöhen soll. Beispielsweise wird eine Flächenprämie für Lehrkräfte geprüft, die in einer Modellregion unterrichten. Außerdem soll Gymnasiallehrkräften, die sich für drei Jahre verpflichten, an einer Sek-I-Schule in ländlichen Regionen zu unterrichten, eine Stelle an einem Gymnasium zugesichert werden. In mindestens fünf Regionen Niedersachsens soll das Sonderprogramm laufen.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Politze, erklärte in einer Pressemitteilung, man sei auf einem guten Weg. "Gleichzeitig bleibt unser Ziel, eine mindestens hundertprozentige Unterrichtsversorgung zu erreichen", so Politze. Im Flächenland Niedersachsen seien noch nicht alle Bereiche entsprechend abgedeckt. "Daher begrüßen wir die Initiative von Kultusminister Tonne, mithilfe des Sonderprogramms ,Starke Sek-I-Schule' den notwendigen Bedarf zu stillen."

Mareike Wulf, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, dagegen mahnte, 1.710 neue Lehrkräfte seien sicherlich ein guter Wert, jedoch kein Grund für Jubelsprünge. Die Zahlen des Kultusministeriums zeigten, dass viele Lehrkräfte an Gymnasien unterrichten wollten, es aber an Haupt- und Realschulen weiter Nachsteuerbedarf gebe. Junge Menschen zu motivieren, in ländlichen Regionen zu unterrichten, halte sie für eine gute Idee. Dass Gymnasiallehrer sich für drei Jahre dazu verpflichteten, in einer Sek-I-Schule zu unterrichten, dürfe aber nur auf Freiwilligkeit basieren. Wulf: "Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass wir gerade im nächsten Schuljahr vermehrt Gymnasiallehrer für die Wiedereinführung von G9 an den Gymnasien brauchen werden."

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