Rübke: Mit Plakat-Aktion gegen Tempowahn

"Springt ins Auge": Ortsvorsteher Uwe Klindtworth hat das erste Plakat an der Buxtehuder Straße in Rübke aufgestellt
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  • hochgeladen von Alexandra Bisping


Ortsvorsteher stellt Riesen-Transparent an Kreisstraße auf

ab. Neu Wulmstorf. In vielen Orten wird gerast. Ein Mann hat jetzt die Ärmel hochgekrempelt und etwas dagegen unternommen: Uwe Klindtworth, Ortsvorsteher im Neu Wulmstorfer Ortsteil Rübke, hat in Eigenregie ein Plakat entworfen und dreifach anfertigen lassen. Darauf zu sehen: der Spruch „Rast du auch vor deiner Tür?“ und ein ca. zweijähriges Mädchen, das einen Teddy im Arm hält. Klindtworth will damit Raser zum Nachdenken bringen - und bestenfalls zum langsameren Fahren animieren.

„Das Rasen nimmt immer mehr zu“, stellt der engagierte Rübker verärgert fest. Der Durchfahrtsverkehr durch die 700 Einwohner starke Ortschaft ist groß. Besonders Pendler nutzen die Buxtehuder Straße, die Kreisstraße K40, als Verbindung zwischen Buxtehude, Neu Wulmstorf und Hamburg. Die Fahrer würden sich gegenseitig innerhalb der geschlossenen Ortschaft überholen, teilweise sogar auf der schmalen Brücke kurz vor der Buxtehuder Straße. Vor allem auf dieser Straße würden Verkehrsrowdys „alles geben“.
„Dabei stehen hier viele Hinweise mit Überholverbot und Tempo 50“, sagt Klindtworth.
Für Fußgänger sei die gut zwei Kilometer lange Buxtehuder Straße besonders gefährlich: Nur einseitig gebe es einen Fußgängerweg. Wer beispielsweise zur Bushaltestelle auf die andere Straßenseite wolle, müsse die Straße überqueren - und das mit nur einer einzigen Querungshilfe.

„Ich will den Pkw-Verkehr ja nicht aus dem Ort vertreiben“, erklärt Rübkes Ortsvorsteher. „Ich möchte nur, dass sich die Fahrer an die Verkehrsregeln und die vorgegebene Geschwindigkeit halten.“ Dazu komme, dass im Ort die Zahl der Kinder zunehme: Im vergangenen Jahr seien zwölf Babys in Rübke auf die Welt gekommen, so Klindtworth. „Ich möchte verhindern, dass eines von ihnen irgendwann durch einen Raser verletzt wird.“
Diese schreckliche Erfahrung musste der Rübker selbst machen, als vor 30 Jahren seine kleine Tochter auf der Buxtehuder Straße angefahren wurde. Uwe Klindtworth erinnert sich: „Der Rettungswagen brauchte eine Dreiviertelstunde, bis er bei uns war. Wenn Sie mit Ihrem verletzten Kind im Arm auf Hilfe warten, werden aus Minuten Stunden. So eine schlimme Erfahrung wünsche ich niemandem.“

Das Plakat hat Klindtworth nach eigenen Vorstellungen entwerfen lassen. „Das Foto sticht ins Auge, das lässt sich nicht ignorieren“, findet er. Die Idee dazu kam ihm bereits im Sommer 2017. Neben dem Plakat an der Buxtehuder Straße stehen zwei weitere am Nincoper Deich, jeweils aus der Richtung Neuenfelde und Neu Wulmstorf kommend. Ein halbes Jahr sollen sie dort stehen bleiben, so wurde es vorerst genehmigt.

Für die Aktion, die knapp 300 Euro kostet, ist der Ortsvorsteher erst mal in Vorkasse gegangen ist. Die endgültige Finanzierung ist noch offen.

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