Pilotprojekt für Ü-80-Jährige geplant
So lange wie möglich zuhause leben

Die meisten Menschen möchten im Alter so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben. Präventive Hausbesuche können dahingehend unterstützen
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  • hochgeladen von Lena Stehr

lt. Landkreis. So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben und nicht ins Pflegeheim ziehen müssen - damit dieser Wunsch für möglichst viele Menschen in Erfüllung gehen kann, soll laut Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) noch in diesem Jahr ein Pilotprojekt starten.
Die Idee: Stadtmitarbeiter besuchen Senioren ab 80 Jahren präventiv zuhause und geben Tipps zur altersgerechten Ausstattung der Wohnung sowie Hinweise auf Hilfsangebote in der Nähe sowie Mittagstische, Einkaufshilfen und Aktivitäten für Senioren.
Das Projekt soll zunächst in drei Kommunen unterschiedlicher Größe anlaufen und bis 2022 jährlich mit jeweils einer halben Million Euro bezuschusst werden.
Prof. Dr. med. Barbara Zimmermann, Vizepräsidentin und Fachbereichsleiterin Gesundheit der Hochschule 21 in Buxtehude, begrüßt die Initiative und betont, dass sowohl Buxtehude als auch Stade hervorragend als Modellkommunen geeignet wären. Beide Hansestädte hätten in den vergangenen zehn Jahren eine tolle Vorarbeit geleistet und seien echte Vorreiter in vielen Belangen rund um Seniorenthemen.
Zimmermann beschäftigt sich bereits seit mehr als zehn Jahren im Rahmen ihrer Arbeit mit dem Thema altersgerechte Assistenzsysteme, dem so genannten Ambient Assisted Living (AAL). Es gebe schon jetzt mehrere Studiengänge an der HS 21, deren Absolventen später mit AAL in Berührung kommen und auch schon eine gemeinsame Bachelor-Arbeit einer Physiotherapie-Studierenden und einer Bauingenieurin zum Thema altengerechtes Wohnen. Mit dem Studiengang Mechatronik könne man zudem unterstützende Technik erforschen, so Zimmermann. Auch die nötigen Evaluationen könnten von Studierenden in Buxtehude durchgeführt werden.
Dank dieses interdisziplinären Potenzials habe die HS 21 zudem bereits beim Projekt "WAALTer" (Weiterbildung für AAL-Technologien) die Federführung in der Region bekommen.
"Ich kenne viele Regionen in Deutschland und habe selten so gute Strukturen wie in Buxtehude und Stade vorgefunden, was die Seniorenarbeit angeht", sagt Barbara Zimmermann, die sich auch in Buxtehudes Seniorenbeirat engagiert und in engem Austausch mit allen Personen im Landkreis steht, die sich mit dem Thema Seniorenarbeit beschäftigen.
Zum Beispiel auch mit Sylvia Pankop vom Seniorenstützpunkt des Landkreises Stade. Sie sieht im geplanten Pilotprojekt eine gute Ergänzung zu den schon heute bestehenden Angeboten. So gebe es bereits seit 2012 ein Beratungsangebot rund um alle Fragen des Alter(n)s zunächst im Seniorenservicebüro und dann im Seniorenstützpunkt. Im Kreishaus werde beraten zu altersgerechten Ausstattungen der Wohnung, alternativen Wohnformen, Einkaufshilfen, Pflegeangeboten und Nachbarschaftshilfen.
Daneben vermittelt der Senioren- und Pflegestützpunkt auch Hausbesuche durch ehrenamtliche geschulte Wohnberater. Sie helfen zum Beispiel dabei, Stolperfallen im Haus oder in der Wohnung zu entschärfen und beraten bei Umbauten im Bad schon lange vor einer möglichen Pflegebedürftigkeit, um spätere Probleme zu vermeiden, so Pankop.
Einmal in der Woche begleiten die Ehrenamtlichen die Senioren auf Wunsch kostenlos zuhause und helfen auch beim Ausfüllen von Anträgen. "Unser Ziel ist, dass sich noch mehr Menschen trauen, unser Angebot anzunehmen", sagt Pankop. Sie hofft, dass das Thema durch die Initiative aus Hannover noch weiter in den Fokus gerückt wird.
• Kontakt zu den ehrenamtlichen Wohnberatern über Sylvia Pankop unter Tel.: 04141 - 125522 (bitte auf den Anrufbeantworter sprechen) oder per Mail an seniorenstuetzpunkt@landkreis-stade.de

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