Freiheit des Künstlers vs. feste Absprachen
Streit um das "Kunstschwein" in Buxtehude geht weiter

Erwin Hilbert mit einem seiner christlichen Kunstwerke 
während der Ausstellung im Buxtehuder Marschtorzwinger
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  • Erwin Hilbert mit einem seiner christlichen Kunstwerke
    während der Ausstellung im Buxtehuder Marschtorzwinger
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tk. Buxtehude. Der Ärger um das "Schwein des Anstoßes" ist noch nicht vorbei. Mit dieser Überschrift hatte das WOCHENBLATT in der Samstagsausgabe über eine Installation berichtet, die der Tostedter Künstler Erwin Hilbert in seine Ausstellung in der Buxtehuder St.-Petri-Kirche "Christus und andere Gestalten" gestellt hatte. Ein kleines Metallschwein, mit roter Farbe angemalt, auf einem Strohballen stehend und mit einen Schild "Als Gott mich schuf, dachte er nicht an Tönnies". In einem Brief von Pastor Thomas Haase wird Hilbert nun aufgefordert, das Kunstschwein aus der Kirche zu entfernen.

Die Kirchengemeinde wolle nicht die künstlerische Freiheit einschränken und auch das Thema Tierwohl sei nicht problematisch. Die Installation müsse dennoch raus, weil sie nach Fertigstellung der Ausstellung und damit ohne Zustimmung des Kirchenvorstands in das Gotteshaus gestellt wurde, so Haase in seinem Schreiben. Auch wenn das streng erscheinen möge, sei diese Haltung richtig, weil eine Kirche in erster Linie ein Andachtsraum und keine Ausstellungshalle sei, so Pastor Haase.

Dass Erwin Hilbert dieser Sichtweise zustimmt, darf bezweifelt werden. Er hat sein Schwein "entschärft". Der Quiekton ist abgeschaltet und der Name Tönnies ist ebenfalls nicht mehr zu lesen. So wie die Kirche auf Absprache und ihr Hausrecht pocht, so beruft sich Erwin Hilbert auf seine Freiheit als Künstler. "Meine Kunst ist immer im Fluss", sagt er. Daher sei es nicht wichtig, ob eine Ausstellung bereits eröffnet oder noch in Planung sei. "Die Kunst hat bei mir Vorfahrt", betont der Kreative. "Ich bin traurig über die Einschränkungen meiner künstlerischen Freiheit", sagt Erwin Hilbert. Zudem kritisiert er, dass er keinen Schlüssel mehr für die Petri-Kirche habe, um jederzeit Menschen durch seine Ausstellung führen zu können.

Es sieht nicht so aus, als ob Hilbert und die Petri-Pastoren sowie der Kirchenvorstand noch einen gemeinsamen Nenner finden. Dabei stellt sich folgende Frage: Wer über einen längeren Zeitraum einen Gast in sein Haus einlädt, der fragt sich in aller Regel, wer kommen wird. Dass Erwin Hilbert nicht nur ein sehr kreativer, sondern auch freier und mitunter provozierender Geist ist, hätte jeder aus der Gemeinde auf der WOCHENBLATT-Homepage nachlesen können. So ist es dem Tostedter zu verdanken, dass der Buxtehuder Kunstpreis komplett neu ausgerichtet wird. Er hatte vor einigen Jahren sein Bild von der Wand der Kunstpreis-Ausstellung genommen und den Ausrichtern Ahnungslosigkeit attestiert.

Erwin Hilbert mit einem seiner christlichen Kunstwerke 
während der Ausstellung im Buxtehuder Marschtorzwinger
Das ist das "Schwein des Anstoßes"
Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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