Wann ist irgendwann beim "Buxtehuder Bullen"?

Der Jugendliteraturpreis "Buxtehuder Bulle" - kiloschwer und mit mit 5.000 Euro dotiert.
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  • hochgeladen von Tom Kreib

tk. Buxtehude. Der Jugendliteraturpreis "Buxtehuder Bulle" muss neuerdings übersinnliche Dimensionen haben: Die aktuelle Preisträgerin Christine Fehér war bei der Auswertung der Jurystimmen vor kurzem anwesend - als erste nominierte Autorin in der mehr als 40-jährigen "Bullen"-Geschichte. Doch das ist nicht alles: Kaum fragt die Redaktion bei Stadtbibliotheksleiterin Ulrike Mensching nach, ob der Vorjahressieger John Greene irgendwann die Estestadt beehrt, kommt eine ganz frische Mail von Green, die von der Stadtverwaltungs-Pressestelle weitergeleitet wird.

Darin bedankt sich US-Autor Green für den "Buxtehuder Bullen".
Der erfolgreiche US-Autor, dessen Buch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" als großes Hollywood-Kino gerade weltweit für Furore - und volle Kassen - sorgt, erklärt in der Mail, dass er nach anstrengenden Jahren jetzt Zeit mit seiner jungen Familie verbringen wolle. Irgendwann werde man sich aber in Buxtehude sehen.

Das "Irgendwann" war auch der Grund der Nachfrage in der Stadtbibliothek. Denn irgendwann ist unbestimmt. Christine Fehér wird ihren "Bullen" persönlich im November bei der Preisverleihung in Empfang nehmen. John Greene war dann bestimmt noch nicht da. Das sei auch gar nicht ungewöhnlich, betont Ulrike Mensching, das Autoren eine solche Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen. Das treffe nicht nur den "Bullen", sondern auch den größeren Deutschen Jugendliteraturpreis.

Mag sein - aber der so ungemein sympathische Freudenausbruch der Berliner Autorin Fehér während der Auswertung der "Bullen"-Jurystimmen ist ein guter Anlass, um über neue "Bullen"-Regeln nachzudenken. Vorschlag: Wer den Preis, neben der "Bullen"-Skulptur 5.000 Euro, nicht binnen eines Jahres abholt, bekommt die Kohle nicht mehr. Die Summe könnte stattdessen in Projekte zur Förderung von Lese- und Medienkompetenz oder in den Etat für den Bücherkauf fließen.

Es ist übrigens nicht so, dass Autoren aus Übersee den Flug bezahlen müssten. Anreise, Hotel, das Preisgeld, die "Bullen"-Skulptur - die Stadt legt sich auch finanziell für den Jugendliteraturpreis ins Zeug.

Manche "Bullen"-Fans werden angesichts des blasphemischen Vorschlags protestieren. Ich finde die Idee gut: Wer nicht kommt, bekommt kein Geld.
Tom Kreib

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