Warum die "Kaufhäuser mit Herz" auch Trikot-Sponsoring betreiben

Bodo Klages (li.) und Volker Schulz verteidigen, dass die "Kaufhäuser mit Herz" auch Triktot-Sponsoring betreiben
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tk. Buxtehude. Sie tragen das bekannte rote Herz der AWO in ihrem Logo und sind ein offizieller Kooperationspartner der Arbeiterwohlfahrt: Dürfen die gemeinnützigen "Kaufhäuser mit Herz" in Neu Wulmstorf, Buxtehude und Stade wie ein Wirtschaftsunternehmen Trikot-Sponsoring betreiben? Ein WOCHENBLATT-Leser regt sich darüber auf. Das Geld solle Bedürftigen, etwa Flüchtlingen, zu Gute kommen.

Volker Schulz, Vorsitzender des Trägervereins der drei Kaufhäuser, erklärt die Hintergründe. Die "Kaufhäuser mit Herz" werden von einem Trägerverein mit einem etwas sperrigem Namen betrieben: "Verein zur Förderung von Jugend- und Seniorenarbeit in der AWO e.V." Was die Kaufhäuser erwirtschaften, müsse daher satzungsgemäß verwendet werden. Der Verein, das war eine Bedingung des Finanzamts zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit, dürfe nicht den Begriff "Kaufhaus" im Namen führen. Wenn etwa eine Jugendmannschaft unterstützt werde, dann sei das eine satzungsgemäße Verwendung der Gelder. Schulz erinnert zudem daran, dass nicht alle Eltern von Kindern in Sportvereinen auch das Geld für neue Trikots hätten.

Ein anderes Tätigkeitsfeld des Kaufhaus-Trägervereins, in das Geld aus den Kaufhaus-Erlösen fließt, ist der Treffpunkt "AWO Begegnung mit Herz" an der Vaßmerstraße in Buxtehude. "In einem anderen Café müssen Senioren, wenn sie dort einen ganzen Nachmittag sitzen und klönen wollen, mehr als einen Kaffee trinken, sagt Bodo Klages, AWO-Vorsitzender in Buxtehude. Und die Malkurse für Kinder im "Treffpunkt" würden vor allem den Kindern die Arbeit mit Kunst ermöglichen, deren Eltern sich keine privatwirtschaftlichen Angebote leisten können.

Wenn die "Kaufhäuser mit Herz" durch Trikot-Werbung noch bekannter werden, sei das ebenfalls ein Vorteil für die drei sozialen Einrichtungen: Jeder der etwas dort abgebe oder kaufe, tue Gutes. Nicht zuletzt für die Menschen, die dort arbeiten: Der Verein wird zwar ehrenamtlich geführt. In den drei Kaufhäusern arbeiten aber insgesamt neun Festangestellte. "Viele haben wir aus Hartz IV rausgeholt", sagt Schulz.

• In den "Kaufhäusern mit Herz" können gebrauchte Waren von Kleidung bis zu Möbel abgegeben werden. Jeder kann dort wie auf einem großen Flohmarkt einkaufen. Wer seine Bedürftigkeit, etwa mit Hartz IV-Bescheinigungen oder einem Rentenbescheid, nachweisen kann, bekommt auf die ohnehin günstigen Preise noch 30 Prozent Rabatt.

• Weitere Infos: www.kaufhaus-mit-herz.de

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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