Wohin mit der ganzen Gülle?

So sieht es derzeit allerorten aus: riesige Pfützen auf den Feldern. Bei diesem Foto handelt es sich um eine Überflutungsfläche an der Aue/Lühe im Alten Land. So viel Wasser wie aktuell steht hier selten 
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  • So sieht es derzeit allerorten aus: riesige Pfützen auf den Feldern. Bei diesem Foto handelt es sich um eine Überflutungsfläche an der Aue/Lühe im Alten Land. So viel Wasser wie aktuell steht hier selten 
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(bc). Seit Donnerstag dürfen die Landwirte wieder Gülle fahren. Das ist bei einigen auch dringend nötig, droht der Silo auf manchen Höfen fast schon überzulaufen. Doch das Ende der gesetzlichen Sperrfrist der Düngeverordnung bringt den Bauern nicht viel. So gut wie kein Acker im Norden ist derzeit aufgrund der nassen Witterung befahrbar, die Felder stehen voll Wasser.
Der Stader Kreislandwirt Johann Knabbe aus Fredenbeck-Schwinge kennt das Problem: „So eine Situation habe ich in 40 Berufsjahren selten erlebt. Ich gehe davon aus, dass ich auch in den nächsten vier Wochen keine Gülle fahren kann.“ Er selbst hat kurzfristig reagiert, seine Schweinemast zurückgefahren und keine neuen Ferkel aufgestallt. Knabbe: „Einfach, um keinen Notstand wissentlich zu schaffen.“
Zum Hintergrund: Schon im Januar bot das Landwirtschaftsministerium über die Landkreise Notfallmaßnahmen an. Das Ausbringen von Gülle wurde erlaubt, allerdings nur mit Einzelgenehmigungen. Im Landkreis Stade haben z.B. bis Ende Januar zwei Landwirte von der Regelung Gebrauch gemacht, ein weiterer fürs Ausbringen von Gärsubstrat aus einer Biogasanlage. Insgesamt wurden 25 Beratungsgespräche geführt.
Normalerweise herrscht eine Sperrfrist vom 1. November bis 31. Januar. Auch danach dürfen die Flächen nicht wassergesättigt, überschwemmt, vom Schnee bedeckt oder gefroren sein. Das sind sie laut Niedersächsischem Landvolk derzeit aber größtenteils. Grund dafür sind sehr hohe Niederschlagsmengen, die im Prinzip seit September kontinuierlich bis jetzt die Böden nicht abtrocknen lassen. „Manche Landwirte bringen deswegen schon einen erhöhten Restbestand aus dem zweiten Halbjahr 2017 mit“, sagt Jan Hauschildt vom Landvolk in Stade.
Knabbe will die Lage nicht dramatisieren: „Es sieht bei den Landwirten unterschiedlich aus. Die Lagerkapazitäten vieler Betriebe sind so ausgelegt, das Gülle oder Substrat im Februar noch gelagert werden kann.“ Es komme immer auf den Einzelfall an, was Standort und Witterungsverlauf angeht: „Wir hatten auch schon Schnee im Februar. Panik ist nicht angebracht.“

So sieht es derzeit allerorten aus: riesige Pfützen auf den Feldern. Bei diesem Foto handelt es sich um eine Überflutungsfläche an der Aue/Lühe im Alten Land. So viel Wasser wie aktuell steht hier selten 
Der Gülle-Silo von Kreislandwirt Johann Knabbe ist gut gefüllt
Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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