Aus für Minideiche: Hochwasserschutz in Buxtehude wird jetzt neu gedacht

Das ist vom Tisch: Mit solchen Minideichen sollte die Innenstats geschützt werden. Dagegen liefen Tausende Buxtehuder Sturm
  • Das ist vom Tisch: Mit solchen Minideichen sollte die Innenstats geschützt werden. Dagegen liefen Tausende Buxtehuder Sturm
  • Foto: archiv
  • hochgeladen von Tom Kreib

Minideiche sind vom Tisch und Wasserrückhaltung wird wohl der beste Weg

tk. Buxtehude. Offiziell ist es noch nicht, aber der Bau von Minideichen und Spundwänden in Buxtehude ist wohl endgültig vom Tisch. In Gesprächen mit Stadt, Deichverband und NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) soll seitens der Behörde der bemerkenswerte Satz gefallen sein, dass die ursprünglich geplanten Minideiche mitten im Stadtgebiet mittlerweile auf Bordsteinhöhe geschrumpft seien. Damit ist der Weg für eine andere Form des Hochwasserschutzes frei.

Die Neuausrichtung des Hochwasserschutzes ist das Ergebnis einer Neuberechnung der erwartbaren Wassermassen in der Este. Dadurch sind die potentiellen Überschwemmungsgebiete in Buxtehude auf ein Minimum geschrumpft. Wenn eine Überflutung durch Starkregen in einer Stärke droht, wie es rechnerisch alle 100 Jahre geschieht, sollen nur noch zwei kleinere Innenstadtflächen bedroht sein.  Unter anderem ein Bereich in den Vivergärten.

Das Thema Deichbau in Buxtehude war einer der größten Streitpunkte in den vergangenen Jahren. Mit Unterschriftenlisten gingen Tausende Bürger dagegen an. Daher wollen die, die damit zu tun hatten und haben, noch keine offiziellen Statements abgeben. Der Wunsch, noch nicht offiziell zitiert zu werden, hat zudem noch einen anderen Grund: Der Hochwasserschutz an der Este, der den Deichbauplänen folgt, ist ein kompliziertes Unterfangen, bei dem sehr viele Akteure an einen Tisch müssen. Unter anderem der Landkreis Harburg und die dortigen Esteanrainer-Gemeinden.

Wie es jetzt weitergeht, scheint aber klar zu sein: Beim "Klee"-Projekt (Klimaanpassung Einzugsgebiet Este) wurden bereits konkrete Vorhaben in groben Zügen geplant. Ein Teil des sehr umfangreichen Maßnahmenkatalogs könnte jetzt umgesetzt werden.

Als Sofortmaßnahme wäre etwa eine erneute Ausbaggerung der Este unterhalb des Graniniwehrs denkbar. Dadurch würde der Fluss bei Starkregen deutlich mehr Wasser aufnehmen können. Anschließend müsste mit vielen Partnern der Weg beschritten werden, der Experten als beste Möglichkeit gilt: Retention, also Wasserrückhaltung vor allem im Oberlauf der Este. Das könnte zum Beispiel durch miteinander vernetzte Überflutungsflächen geschehen, die teilweise auch auf dem Gebiet des Landkreises Harburg liegen würden.

Von Maßnahmen im Oberlauf würden auch die Unterlieger von Estebrügge bis Cranz profitieren. Dort war die Kritik an den Buxtehuder Deichbauplänen ebenfalls laut geworden. Das Wasser, das in Buxtehude nicht über die Ufer getreten wäre, hätte für Land unter im Unterlauf gesorgt.

Der Ansatz bei der Wasserrückhaltung: Die Hochwasserwelle auf der Este durch Starkregen, die zum Beispiel bei Moisburg beginnt, wird sozusagen in die Länge gezogen, verzögert sich und verliert dadurch an Höhe. Das Wasser käme in der unteren Este laut Klee-Berechnungen um einen halben Meter niedriger an.

Einer, der mit dem Thema zu tun hat, aber bei diesem frühen Diskussionsstand noch im Hintergrund blieben möchte: "Wir müssten jetzt ganz schön dicke Bretter bohren." Alle Akteure müssen nicht nur an einen Tisch, Ziel müsse es sein, schnellstmöglich einen gemeinsamen Unterhaltungsverband zu gründen. Und dann müssen auch die privaten Grundeigentümer überzeugt werden, deren Flächen überflutet werden könnten. Das war beim Horneburger Bullenbruch-Polder ein Jahre dauernder Überzeugungsprozess. Den gordischen Knoten durchschlagen hätte erst das neue Führungsteam beim Deichverband. Miteinander reden, lautete die erfolgreiche Zauberformel.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

Politik
Dr. Andreas Schäfer (li.) und Sönke Hartlef präsentierten die neue Marke der Hansestadt Stade

Modern und maritim
So sieht die neue Stadtmarke der Hansestadt Stade aus

jab. Stade. Es wird das neue Erkennungszeichen der Stadt Stade werden: Das neue, moderne und doch klassische Logo löst das alte Symbol nach 25 Jahren ab. Von Anker bis Schaukelpferd lässt die neue Marke viel Spielraum für Interpretation - und das ist sogar gewollt. Mit der neuen Stadtmarke soll eine bessere Innen- und Außendarstellung möglich werden. Bei der Suche nach einer geeigneten Marke wurde zunächst gesammelt, was Stade ausmacht, was das Merkmal, das Besondere an der Hansestadt ist....

Politik
Auf der bislang rein landwirtschaftlich genutzten Fläche soll jetzt Wohnraum entstehen Foto: google/msr

Rat der Gemeinde Jesteburg tagt am 7. Oktober
Die Ortsmitte Itzenbüttels steht auf der Agenda

as. Jesteburg. Über die Entwicklung Itzenbüttels berät der Gemeinderat Jesteburg am Mittwoch, 7. Oktober, um 19 Uhr im Schützenhaus (Am Alten Moor 10) in Jesteburg. Konkret geht es um den Bebauungsplan (B-Plan) "Itzenbüttel-Ortsmitte". Landwirt Christoph Heitmann ("Zeckershoff") möchte auf seinem bislang ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Gelände Wohnhäuser realisieren. Geplant ist ein Mehrfamilienhaus mit bis zu acht Wohneinheiten. Außerdem soll das Haupthaus abgerissen und durch...

Blaulicht
In der Staatsanwaltschaft Stade rücken kriminelle Clans jetzt verstärkt in den Fokus

Stade ist Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft
Null Toleranz bei Clankriminalität

tk. Stade. "Das Gefühl, dass es in Niedersachsen Kriminelle gibt, die bei rechtschaffenen Bürgern den Eindruck erwecken, dass sie tun und treiben könnten, was sie wollen, darf es nicht geben." Mit diesen Worten gab Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) den Startschuss für die vier neuen Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften Clankriminalität. Eine davon ist in Stade angesiedelt.  Zwei Staatsanwälte werden sich in den jeweils vier Ermittlungseinheiten, neben Stade sind das...

Panorama
In seinem Stall: Landwirt Stefan Isermann aus Toppenstedt
3 Bilder

"Aufeinandertreffen mit Corona wäre Super-GAU"
Landwirte sind bedroht von Auswirkungen von Afrikanischer Schweinepest

ce. Toppenstedt. "Die Pest ist in hiesigen Regionen noch nicht angekommen. Ihre Auswirkungen könnten aber nicht nur für unseren Betrieb mittelfristig existenzbedrohend werden." Das sagt Stefan Isermann (41), der in dritter Generation in Toppenstedt (Landkreis Harburg) Landwirtschaft mit einigen tausend Schweinen betreibt, mit Blick auf die aktuelle Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt, hat bislang 35 dieser Vierbeiner in...

Politik
Rainer Schlichtmann hat sich 25 Jahre zum Wohle der Samtgemeinde Harsefeld eingesetzt
4 Bilder

Er übergibt ein gut bestelltes Haus
Nach 25 Jahren als Verwaltungschef in Harsefeld: Rainer Schlichtmann geht in den Ruhestand

jd. Harsefeld. Eine Ära geht heute zu Ende: Dieser Mittwoch ist der letzte Arbeitstag für Rainer Schlichtmann. Am Abend wird der Harsefelder Samtgemeinde-Bürgermeister bei einem Festakt in der Eissporthalle offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Dass seine Amtszeit später einmal als "Ära Schlichtmann" bezeichnet wird, dürfte ziemlich sicher sein. Schließlich hat der 67-Jährige die Geschicke der Samtgemeinde und auch ihrer vier Mitgliedsgemeinden entscheidend geprägt - und das über einen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen