Bahn und Stadt werden gemeinsam planen
Buxtehude bekommt einen neuen Bahnhof

Ob der Bahnhof komplett oder nur der Flachdachteil abgerissen wird, ist noch nicht klar
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tk. Buxtehude. Diese Vereinbarung, offiziell "Memorandum of Understanding", zwischen der Stadt Buxtehude und der Deutschen Bahn grenzt an ein Wunder: Gemeinsam und partnerschaftlich wollen Bahn und Stadt den Bahnhof und sein Umfeld auf Vordermann bringen und modernisieren. Dafür soll ein Masterplan aufgestellt werden, der Möglichkeiten und konkrete Projekte aufzeigt. Dabei geht es um weit mehr als um Abriss und Neubau des maroden Bahnhofsgebäudes.

Das gesamte Umfeld samt der Einmündung in die Bahnhofstraße rückt in den Fokus. "Das sind gute Nachrichten für Buxtehude", sagte Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, als sie die Pläne während eines Pressegesprächs präsentierte.

Das ganze Umfeld 
überdenken

Der Bahnhof und sein Umfeld sind seit vielen Jahren ein Dauerärgernis. Das Gebäude ist marode und die Sanierungsmaßnahmen der Bahn waren bisher Flickschusterei. Teile des Gebäudes waren sogar schon einsturzgefährdet. Obwohl die Stadt und private Initiativen Interesse an einem Kauf hatten, gab es keine Bewegung. Bis jetzt.

"Wir haben in drei Workshops intensive Gespräche geführt", sagt der Erste Stadtrat Michael Nyveld. Für die Bahn sei die Um- und Neugestaltung jetzt "ein konkretes Projekt". Was genau entstehen werde, sei dabei offen und müsse durch den Masterplan aufgezeigt werden. Ob zum Beispiel das gesamte Bahnhofsgebäude durch einen Neubau ersetzt wird oder nur ein Teil, sei eine der Fragen, die beantwortet werden. Was für die Stadt aber von Anfang an klar war: Es geht um mehr als den Bahnhof, den Vorplatz und die Fahrradstellplätze. Das gesamte Bahnhofs-areal müsse geöffnet werden und die Lenkung der  Verkehrsströme, die Schaffung von Parkplätzen inklusive, ist ebenfalls Bestandteil der Gesamtüberlegungen. Für die Stadt ist dabei auch wichtig: Der Bereich der Einmündung der Giselbert- und Bahnhofstraße wird ebenfalls planerisch neu gedacht. Ziel könnte es dabei sein, die optische Enge aufzubrechen.

Bürger sollen
mitreden

"Wir wollen die Bürger unbedingt einbinden", sagt Katja Oldenburg-Schmidt. Alles, was es an Ideen gibt, sei willkommen. Das heißt auch, dass die Initiativen, die sich schon Gedanken über eine neue Nutzung des Bahnhofs gemacht haben, mit an den Runden Tisch sollen. So hat eine Gruppe um den SPD-Ratsherrn Alexander Paatsch an einen Bürgerbahnhof nach Cuxhavener Vorbild gedacht.

Die neue Partnerschaft Bahn und Stadt gibt Gas: Die Machbarkeitsstudie soll Ende 2021 abgeschlossen sein. In vier bis fünf Jahren könnte das Projekt beendet werden. Die Pläne wurden der Politik am Dienstagabend vorgestellt. Die Machbarkeitsstudie, für die schon ein Planungsbüro gefunden wurde, kostet rund 60.000 Euro.

Diese Projektideen wurden zwischen Bahn und Hansestadt bereits besprochen:
Neubau eines eingeschossigen Empfangsgebäudes oder Erhalt und Sanierung der Bestandsimmobilie. Es sollte in einem Neubau Platz für ein Reisezentrum, Backshop, Nahversorger, Handel und einen Wartebereich geben. Das zweigeschossige Nebengebäude könnte erhalten und z.B. wieder für Gastronomie hergerichtet werden.

Bahhofsvorplatz
optisch öffnen

Zwischen dem neuen Empfangsgebäude und der Unterführung könnte eine überdachte Verbindung geschaffen werden.

Für Fahrräder wird eine neue Bike&Ride-Anlage gebaut.

In der Unterführung könnte ein neuer Pavillon mit Kiosk entstehen.
Die Unterführung soll barrierefrei werden.

Der Bahnhofsvorplatz soll zur Giselbertstraße hin optisch geöffnet werden.
Die Straßenführung der Giselbertstraße könnte verändert werden, was den Neubau von Radwegen nach sich ziehen würde.

Zwischen Bahnhof und Bahnhofstraße soll eine bessere Sichtbarkeit geschaffen werden. Die Bahnhofstraße wird hinsichtlich ihres Querschnitts überdacht. Sie könnte  im Anfangsbereich ein attraktives Tor zur Stadt werden.

Die gesamten Verkehrsanlagen, etwa die Ampeln, sollen neu geordnet werden.
Bei allen Umgestaltungsideen werden alle Mobilitätsformen vom Auto übers Rad bis hin zum Fußgänger berücksichtigt.

KOMMENTAR: Von historischen Chancen zu sprechen, ist ein oft überstrapazierter Begriff. Im Fall des Buxtehuder Bahnhofs stimmt er aber zu einhundert Prozent. Seit ungefähr 15 Jahren schreibe ich immer wieder darüber, dass der Bahnhof ein Schandfleck ist. Bei Leser-umfragen, was in Buxtehude dringend verbessert werden muss, tauchen der Bahnhof und sein Umfeld immer wieder als Topthema auf.

Hauptsache, es
passiert etwas

Warum die Bahn jetzt plötzlich mitzieht? Egal, Hauptsache, es passiert etwas. Weil ein Verschieben des gesamten Vorhabens auf irgendwann nicht funktioniert, ist es jetzt an der Politik, die Weichen zu stellen. Obwohl es schon eine lange Liste von großen Investitionen gibt und für einige Fraktionen die Umgestaltung der Bahnhofstraße erst einmal in der Schublade verschwinden könnte, muss es grünes Licht geben. Ja, das wird in den kommenden Jahren noch viele Millionen Euro kosten.

Aber: In diesem Fall ist jeder Cent gut investiert. Richtig wäre es zudem, nicht nur den Bahnhof und sein Umfeld, sondern dann auch die gesamte Bahnhofstraße mitzudenken. Also raus mit den Plänen aus der Schublade und anpacken.
Tom Kreib

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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