Der Stavenort in Buxtehude: Abgehängt und abgehakt

Der Stavenort: malerisch, aber tot
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Keiner macht sich mehr Gedanken über den Stavenort

Mitten in Buxtehudes Altstadt gibt es einen malerischen Lost Place: den Stavenort. Dienstagnachmittag gegen 15 Uhr ist die Stadt belebt wie an einem normalen Nachmittag. Ich habe noch Zeit bis zu einem Termin und setze mich auf eine Bank neben dem ehemaligen Haupteingang des Museums - mit Blick auf den Stavenort. Dort ist kein Mensch zu sehen.

Ich könnte meditieren oder damit anfangen, die Pflastersteine zu zählen. Ich entscheide mich für etwas anderes: Ich will die Zahl der Menschen zählen, die binnen 15 Minuten den Stavenort passieren. Ergebnis: Null! Hinter dem "Pfeffertörtchen" hört das Leben auf. Auch den schmalen Durchlass vom Petriplatz zum Stavenort benutzt kein einziger Mensch.

Dass es sich bei dem vor Jahrzehnten ehrgeizig als "Buxtehuder Schnoor" geplanten Viertel um einen architektonisch reizvollen Fehlschlag handelt, weiß jeder Buxtehuder. Dass dort mittlerweile trotz des gemütlichen Ambientes mitten in bester Altstadtlage überhaupt kein Mensch mehr unterwegs ist, hat mich in dieser Deutlichkeit überrascht.

Offenbar ist der Stavenort aus dem Bewusstsein von Politik und Verwaltung - aber auch bei vielen Bürgern - komplett verschwunden. Die Umgestaltung des Petriplatzes ist ein wichtiges Projekt, vom benachbarten Stavenort redet fast niemand mehr. Abgeschieden, abgehängt und abgehakt. Warum das so ist, kann ich nicht verstehen. Vor gut 15 Jahren, als das Buxtehuder Stadtmarketing von Bürgerinnen und Bürgern angestoßen wurde, gab es die etwas zu groß geratene Idee, den Stavenort zu überdachen. Damals wurde aber immerhin noch kreativ nachgedacht.
Mittlerweile ist einer der schönsten Plätze in der Altstadt nur noch eine Geisterstadt in Fachwerkoptik. Mir fällt kein Patentrezept ein, wie Leben in den Stavenort kommt. Es ist aber nicht verboten, sich darüber Gedanken zu machen!

Tom Kreib

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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