Kommentar zum neuen Shutdown
Eigenverantwortung hat nicht funktioniert

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Jetzt haben wir den nächsten Shutdown. "Wir befinden uns zu Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage. Die betrifft uns alle. Ausnahmslos", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Regierungserklärung am Donnerstagmorgen. Wer dem vehement widerspricht, verteidigt weder individuelle Grundrechte noch die parlamentarische Demokratie. 

Richtig ist, dass manche Einschränkungen für sich und isoliert betrachtet zu streng erscheinen. Auf das Gesamtpaket kommt es nämlich an. Natürlich ist die Gastronomie in ihrer Gesamtheit nicht der Produzent von Superspreader-Ereignissen am laufenden Band. Aber: Wenn sich 99 Kneipiers mit funktionierenden Hygienekonzepten an alle notwendigen Auflagen halten, Nummer 100 aber nicht, indem er Partys feiern lässt, dann bekommen wir das, was wir verhindern müssen: Eine Welle nicht mehr nachzuverfolgender Infektionen, die irgendwann nicht mehr kontrollierbar und damit einzudämmen ist.

Es kommt vor allem deshalb zum Shutdown mit seinen Einschränkungen, weil das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit nicht ausreichend funktioniert hat. Ein Gang durch den Supermarkt reicht, um fast jedes Mal Maskenmuffel und Abstand-Ignoranten zu treffen. Dabei ist mir völlig egal, ob es sich um Corona-Leugner oder Egoisten handelt, die keinen Bock auf Maske haben.

Damit wir halbwegs unbeschadet aus der Pandemie kommen, sollten wir uns selbst ein Stück weit zurücknehmen: Solidarität statt Egoismus. Augenmaß statt Ignoranz. Und manchmal vielleicht auch ein kleines Stück Demut, verbunden mit dem Willen, das Beste aus einer Notsituation zu machen. Mehr Nähe zu den Menschen, mit denen wir uns Corona-kompatibel treffen dürfen.
Tom Kreib

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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