Geschäftsleute vs. Gemeinde: "Das ist doch Mobbing pur"

Derya und Yahya Atli in ihrem Geschäft in Estebrügge   Fotos: bc/privat
3Bilder
  • Derya und Yahya Atli in ihrem Geschäft in Estebrügge Fotos: bc/privat
  • hochgeladen von Björn Carstens

bc. Jork. Hier bekommt der Arbeiter frühmorgens vor der Schicht seinen Kaffee, hier kaufen die Dorfbewohner ihre frischen Lebensmittel ein. Vor allem für ältere Menschen ist der kleine Estemarkt im Herzen Estebrügges wichtig, umso mehr, da sich vor Kurzem auch noch der Bäcker aus dem Ort verabschiedet hat. Stichwort kurze Wege. Der Estemarkt ist der letzte verbliebene Lebensmittel-Markt in Estebrügge, Königreich und Cranz. Am Freitagnachmittag beim WOCHENBLATT-Ortstermin brummt das Geschäft. Und trotzdem fühlt sich die Betreiber-Familie Atli nicht willkommen. Wieso ist das so?
Seit gut einem Jahr haben sie Stress mit der Gemeindeverwaltung. Grund ist eine neu eingerichtete Parkverbotszone genau vor dem Ladengeschäft. Der Frust ist mittlerweile so groß, dass Derya und Yahya Atli ernsthaft überlegen, Estebrügge zu verlassen. Ein Angebot aus Bliedersdorf liegt schon vor. „Wenn keine Lösung gefunden wird, schließen wir ab“, sagt Derya Atli sicht- und hörbar genervt.
Darum geht es: Weil der Estemarkt der Freiwilligen Feuerwehr gegenüber liegt, gab es in der Vergangenheit Probleme mit parkenden Fahrzeugen vor dem Laden, wenn die Retter aus dem Gerätehaus fahren wollten und die Kurve nicht bekamen. Die Gemeinde reagierte. Poller vor dem Estemarkt wurden aufgestellt. Absolutes Halteverbot! Negativer Nebeneffekt: Jetzt dürfen auch die Atlis nicht mehr vor ihrem eigenen Geschäft parken, um den Lieferwagen - ein wichtiger Geschäftszweig des Ehepaars ist der Bringservice - be- und entladen zu können.
Weil sie keine andere Möglichkeit sehen, haben sich die Atlis des Öfteren dem Verbot widersetzt. „Wie sollen wir sonst unseren Wagen beladen?“, fragt Derya Atli. Die Folge: Die Gemeinde verteilt fleißig Knöllchen. „Mehrere hundert Euro haben wir schon bezahlt. Die Frau vom Ordnungsamt wartet richtig darauf, dass wir hier parken. Das ist doch Mobbing pur“, klagt die Geschäftsfrau.
Ihren Protest haben die Atlis deutlich im Jorker Rathaus geäußert. Bürgermeister Gerd Hubert schlug einen Kompromiss vor. 15 Minuten sollten die Atlis Zeit zum Be- und Entladen vor ihrem Laden bekommen. „Das ist nicht akzeptabel. Das ist unmöglich zu schaffen. Wir brauchen eine praktikable Sondergenehmigung. Das Be- und Entladen dauert mindestens eine Stunde“, sagt Derya Atli.
Sie macht einen anderen Vorschlag: Das Parkverbot hat Bestand, ausgenommen für sie als Betreiber, und das auch nur montags bis samstags von 6 bis 19 Uhr. Zeiten, in denen sie vor Ort sind, um im Bedarfsfall den Wagen umzuparken.
Bürgermeister Hubert verweist auf die Sicherheit der Bevölkerung: „Das schnelle Ausrücken der Feuerwehr muss gewährleistet sein. Es steht nämlich nicht nur die Familie Atli dort, sondern auch andere Fahrzeuge.“ Zudem gebe es für die Betreiber die Möglichkeit, wenige Meter weiter auf erlaubten Flächen zu parken. Die jetzige Regelung habe er mit der Politik im Verwaltungsausschuss abgestimmt. Hubert zeigt sich dennoch für weitere Gespräche offen.
Die Atlis hoffen darauf, dass sie eine Ausnahmegenehmigung erhalten, mit der sie leben können. Der Gedanke, in Bliedersdorf neu anzufangen, wo seit einigen Wochen ein Ladengeschäft leer steht (wie berichtet), wird andernfalls immer reizvoller. Ein Umzug wäre ein herber Verlust für die Infrastruktur in den Este-Gemeinden.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

Panorama
Am Samstag ist der internationale Tag des Ehrenamts

31 Millionen Ehrenämtler in Deutschland
Was wären wir ohne Ehrenamt?

(tk). Diese Zahl ist beeindruckend: In Deutschland engagieren sich 31 Millionen Menschen ehrenamtlich. Viele, das zeigt diese hohe Zahl, sind sogar in mehr als einem Ehrenamt aktiv. Am heutigen Samstag, dem Internationalen Tag des Ehrenamts, soll das Wirken dieser Menschen im Mittelpunkt stehen. Das WOCHENBLATT porträtiert stellvertretend für diese Engagierten einige Ehrenämtler (dazu die Links unter diesem Artikel). Natürlich ist das nur ein unvollständiges Abbild - doch diese...

Service

Inzidenzwert am 3.12.20 weiter knapp über 50
Corona: 130 akute Fälle im Landkreis Stade

jd. Stade. Inzidenzwert 50,4: Die Sieben-Tages-Inzidenz für den Landkreis Stade liegt am zweiten Tag in Folge nur ganz knapp über dem Grenzwert von 50 (Stand Donnerstag, 3. Dezember).  Damit steht die Corona-Ampel für den Landkreis Stade weiterhin auf Rot. Für einige Straßen und öffentliche Plätze gilt laut Allgemeinverfügung des Landkreises damit immer noch die Pflicht, eine Maske (Mund-Nasen-Schutz) zu tragen. Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten im Landkreis Stade wird vom Land mit...

Panorama
"Er war immer ein liebevoller und aufmerksamer Vater": Anja Karlstetter und Arno Reglitzky bei einem Treffen in diesem Jahr
13 Bilder

Er ist der Prototyp des Machers
Arno Reglitzky feiert seinen 85. Geburtstag!

os. Buchholz. Wer ihn mit seiner Energie beim Lauftraining und in seinen vielen Ehrenämtern sieht, der mag es kaum glauben: Arno Reglitzky feiert am Donnerstag, 3. Dezember, seinen 85. Geburtstag! Durch sein jahrzehntelanges Engagement als Lokalpolitiker für die Freidemokraten, als Vorsitzender von Blau-Weiss Buchholz und als gefragter ADAC-Verkehrsexperte ist Reglitzky weit über seinen Wohnort Buchholz hinaus bekannt. Arno Reglitzky wurde am 3. Dezember 1935 als drittes von fünf...

Blaulicht
In diesem Parkhaus ereignete sich der Zwischenfall

Exhibitionist entblößte Geschlechtsteil und masturbierte
Mann zog im Stader Parkhaus blank / Das sagt die Polizei

jd. Stade. Was für eine unangenehme Situation: Eine Frau wird Opfer einer sexuellen Belästigung. Der Vorfall ereignete sich morgens in der Parkpalette am Stader Bahnhof. Die Frau macht das einzig Richtige und wählt den Notruf der Polizei. Doch als die Beamten eintreffen, hat sich der Täter schon aus dem Staub gemacht. Ihr sei ein Mann aufgefallen, der sich im Parkhaus zwischen den abgestellten Autos herumgetrieben habe, berichtete die Frau dem WOCHENBLATT. Sie hegte den Verdacht, dass es sich...

Panorama

Aktuelle Corona-Zahlen vom 4. Dezember
Inzidenzwert im Landkreis Harburg liegt bei glatt 60

lm. Winsen. Seit Ausbruch der Pandemie sind im Landkreis Harburg wurden insgesamt 2.153 Corona-Fälle bestätigt worden, ein Plus von 30 im Vergleich zum Vortag. Diese Zahlen nannte Landkreissprecher Andres Wulfes am Freitag, 4. Dezember. Die Zahl der Genesenen lag bei 1.882, ein Anstieg von 39. Zurzeit sind damit 230 Personen aktiv erkrankt. 615 Personen befinden sich in Quarantäne. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert sank auf 60,0 - nach 64,1 am Donnerstag. Die Corona-Zahlen der vergangenen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen