In diesem Schuljahr gibt es keine Durchlässigkeit bei den Schuleinzugsbezirken
Halepaghenschule statt Gymnasium Süd: Ist der Wechsel unmöglich?

In diesem Jahr soll es keinen einzigen Wechsel vom Einzugsbezirk des Gymnasiums Süd zur HPS (Foto)gegeben haben
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tk. Buxtehude. In Buxtehude regeln die Schuleinzugsbezirke, auf welche Grundschule oder welches Gymnasium Schülerinnen und Schüler gehen. Weil die Pflichtschule nicht immer den Wünschen von Eltern und Kindern entspricht, kann es Ausnahmeregelungen geben. Nach WOCHENBLATT-Informationen gibt es in diesem Jahr erstmals Probleme, wenn Schüler, die im Einzugsgebiet des Gymnasiums Süd wohnen, zur Halepaghen-Schule (HPS) wollen. Zu Beginn des Schuljahres soll nach übereinstimmenden Informationen kein einziger Antrag auf diesen Schulwechsel positiv beschieden worden sein. Tatsache ist: Die Landesschulbehörde bestätigt, dass drei dieser Wechselwünsche zur HPS bei ihr gelandet sind und abgelehnt wurden. In einem Fall wurde dagegen geklagt.

Manche Eltern machen Ruprecht Eysholdt, den Schulleiter des Gymnasiums Süd, dafür verantwortlich, dass Wechselwünsche abgelehnt werden. Er soll negativ entscheiden, weil es darum gehe, die Schülerzahl seines Gymnasiums auf einem stabilen Niveau für die politisch gewünschte Fünfzügigkeit beider Gymnasien zu halten. Ruprecht Eysholdt weist den Vorwurf besonders strenger Entscheidungen in diesem Jahr jedoch zurück. Grundsätzlich sei es aber richtig, "dass die Schule genug Schüler braucht, um ihre Angebote aufrechtzuerhalten." An beiden Gymnasien gibt es derzeit nur vier fünfte Klassen.

Hinzu käme, dass es in der jüngsten Vergangenheit Wechselwünsche gegeben habe, bei denen die Begründung nicht den Tatsachen entsprochen habe. "Ich stimme einem Wechselwunsch zu, wenn die dafür notwendigen Ausnahmeregelungen zutreffen und etwa Härtefälle vorliegen", so Eysholdt. Außerdem entscheide er in Zweifelsfällen nicht alleine. Wenn Eltern gegen seine Entscheidung Widerspruch einlegen, ist die Landesschulbehörde in Lüneburg zuständig. Die habe ihm deutlich gemacht, welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten. Offenbar, so ein Schulinsider, wird in Lüneburg eher Nein als Ja gesagt.
Ein anderer Schulexperte aus Buxtehude sieht dagegen die Akteure vor Ort als Verantwortliche bei Wechsel-Problemen. Wenn ein Schulleiter dem zustimme, dann werde die Landesschulbehörde das in aller Regel nicht korrigieren. Nach Ansicht dieses Pädagogen wird ein Erlass aus dem Kultusministerium zum Wechsel auf andere Schulen in anderen Einzugsbezirken  - und das besonders bei den beiden Gymnasien - in Buxtehude sehr streng ausgelegt. Bei den Gymnasien sei das derzeit deutlich schwieriger als bei den Grundschulen. Anderswo, etwa in Buchholz, klappe das besser. Dort würden sich die beiden Gymnasien in aller Regel unbürokratisch einigen.

Dass es überhaupt zu diesen Problemen kommt, ist eine Entscheidung der Politik, findet der Schulleiter des Gymnasiums Süd. Ruprecht Eysholdt betont, dass die Schuleinzugsbezirke von der Politik und nicht den Schulen festgelegt worden sind. Richtig ist, dass Schuleinzugsbezirke nicht vorgeschrieben sind. Der Schulträger, in diesem Fall die Hansestadt Buxtehude, könnte darauf verzichten. Dann befänden sich alle Schulen in einem Wettbewerb untereinander und müssten mit ihren Profilen überzeugen.
Ein anderer Lehrer weist in diesem Zusammenhang noch darauf hin, dass die zwei Gymnasien in der Estestadt sich ihre Schülerinnen und Schüler nicht aussuchen können. Das sei bei der IGS anders. Die sei an keinen Einzugsbereich gebunden und erlebe nach Einführung der Oberstufe einen deutlichen Anstieg der Schülerzahlen.

Eltern, die derzeit über einem Wechselwunsch nachdenken, dürften vermutlich kaum eine Chance haben. Dass die vorliegende Klage gegen den abschlägig beschiedenen Antrag auf den Besuch der HPS Erfolg hat, glaubt Ruprecht Eysholdt nicht.

In Zweifelsfällen entscheidet die Landesschulbehörde
Schuleinzugsbezirke sollen in Buxtehude sicherstellen, dass die beiden städtischen Gymnasien genug Schülerinnen und Schüler haben, um ihre Größe sowie vielfältigen Angebote aufrechtzuerhalten. Das gilt für die IGS, die mittlerweile eine Oberstufe hat, aber nicht. Ob ein Schüler aus dem Süden oder Norden Buxtehudes kommt, ist egal, wenn er oder sie zur IGS will. So kommt ein Ungleichgewicht in ein Regelsystem.

Wenn dann Vorschriften und Erlasse streng ausgelegt werden, sind Konflikte programmiert.
Einem Schulwechsel könne dann zugestimmt werden, wenn der Besuch der zuständigen Schule für die Schülerinnen und Schüler oder ihre Familien eine unzumutbare Härte darstellen würde oder der Besuch der anderen Schule im Einzelfall aus pädagogischen Gründen angebracht erscheint, erklärt die Landesschulbehörde in Lüneburg. Über den Antrag entscheidet mit Zustimmung der anderen Schule jeweils die Schule, die nach den genannten Vorschriften zu besuchen ist. Dabei wird über jeden Einzelfall neu entschieden. "Liegen nach Auffassung beider Schulen oder einer beteiligten Schule die oben genannten Voraussetzungen nicht vor oder stimmt die andere Schule nicht zu, so ist der Antrag der Schulbehörde zur Entscheidung vorzulegen", erklärt Behördensprecherin Bianca Schöneich.
In diesem Jahr liegen der Landesschulbehörde drei Anträge wegen eines Wechselswunsches zur HPS vor. In einem Fall wird es wohl zu einem Gerichtsverfahren kommen. Im vergangenen Jahr ist lediglich ein Antrag in Lüneburg entschieden worden. Was bedeuten kann, dass die meisten Anträge zwischen den beiden Gymnasien entschieden wurden. Das sagt die Landesschulbehörde

In diesem Jahr soll es keinen einzigen Wechsel vom Einzugsbezirk des Gymnasiums Süd zur HPS (Foto)gegeben haben
Es ist derzeit schwer, vom Gymnasium Süd (Foto) zur Halepaghen-Schule (HPS) zu wechseln
Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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