Hetzer vermengen Moscheebau und Vergewaltigung

Unleserlich aber nicht zu übersehen: Die erste Schmierei gegen die Moschee-Pläne
  • Unleserlich aber nicht zu übersehen: Die erste Schmierei gegen die Moschee-Pläne
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"Die Moschee sollte nach dem Vergewaltiger der 14-Jährigen benannt werden." Das steht in einer E-Mail an die Stadtverwaltung Buxtehude. Zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben, werden in einen Zusammenhang gebracht. So als handele es sich um Ursache und Wirkung.

Da ist zum einen der geplante Bau einer Moschee in Buxtehude durch die Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde (AMJ). Zum anderen die Vergewaltigung einer Buxtehuder Schülerin (14), die eventuell von einem jungen Mann mit türkischem Hintergrund begangen worden sein könnte. Eine rechte Internetplattform wirft beides in einen Topf: "Nach Vergewaltigung einer 14-Jährigen: Buxtehude soll eine Moschee bekommen."

Muss über rechtslastige Dummheit und religiöse Hetze im WOCHENBLATT berichtet werden? Liefert das Demagogen nicht unnötige Beachtung? Doch - es muss darüber geredet werden, denn der erste Buxtehuder hat zum Farbspray gegriffen und eine Werbetafel in der Nähe des geplanten Moschee-Standorts besprüht: "Unser Dorf braucht keine Moschee."
In der Anonymität des Netzes lassen Nutzer so richtig die Sau raus: Wenn nach der Vergewaltigung ein Baby komme, könne der Täter nicht abgeschoben werden. Oder: "Erst wird vergewaltigt, dann gibt's zur Belohnung ein Baudenkmal." Hat sich einer der Hetzer Gedanken gemacht, dass ein vergewaltigtes Mädchen im Internet zum zweiten Mal ein Opfer wird?

Aus der Deckung wagt sich niemand: Auch ein Leserbriefschreiber nicht, der unter falschem Namen gegen den Buxtehuder Moscheebau wettert. Aber "Klartext" will er reden. Die Hetzer sollen sich ein Beispiel an denen nehmen, die sie angreifen: Die Ahmadiyya Muslim Jamaat lädt zu öffentlichen Diskussionsrunden ein. Wobei auch das in den Augen religiös-rechter Propagandisten nur eine Inszenierung ist, um die Menschen für dumm zu verkaufen. O-Ton im Netz: Das WOCHENBLATT bereitet der muslimischen Sekte den Boden durch "an den Haaren herbei gezogene Artikel".

Polizei und Staatsanwaltschaft kennen all diese Seiten und Foren und haben sie im Blick. "Dummheit ist nicht strafbar", sagt Kai Thomas Breas, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade. Manchmal wünschte ich mir allerdings, Dummheit wäre zumindest in Verbindung mit menschenverachtender Ignoranz ein Straftatbestand.
Tom Kreib

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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