Kehdinger Marsch: Schützen und vergrämen, geht das gleichzeitig?

Schutzgebiet in Kehdingen beschäftigt Landtag

(bc). Die im Stader Kreistag beschlossene Verordnung des Landschaftsschutzgebietes (LSG) Kehdinger Marsch beschäftigt jetzt den Niedersächsischen Landtag. Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Eva Viehoff, die sich auch um die Belange des Landkreises Stade kümmert, fragt, ob nach Einschätzung der Landesregierung die beschlossene Verordnung über das LSG mit der Erlaubnis, Gänse zu vergrämen und Herbizide einzusetzen (das WOCHENBLATT berichtete) vereinbar mit europäischem Recht ist.
Am 5. März 2018 beschloss der Kreistag im Landkreis Stade die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Kehdinger Marsch, mit der die gesetzlich geforderte EU-Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie erfüllt werden soll. Viehoff kritisiert nun, dass nach der LSG-Verordnung zwar verboten ist, Grünland in eine andere Nutzung umzuwandeln, jedoch alle drei Jahre außerhalb der Brutzeit Herbizide gegen giftige Pflanzen eingesetzt werden dürfen. Außerdem verbiete die Verordnung einerseits das akustische Stören der Natur, andererseits sei das Vergrämen von Gänsen zur Vermeidung von Fraßschäden auf landwirtschaftlichen Flächen erlaubt.
Vor diesem Hintergrund fragt die Cuxhavenerin Eva Viehoff die Landesregierung, ob die Verordnung des Landkreises den nötigen Schutz für die sogenannten wertbestimmenden Vogelarten und ihre Nahrungsgrundlagen bietet.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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