Städtisches Grabeland in Buxtehude
Lieber Party als Lust aufs Gärtnern?

Auf Grabeland soll gebuddelt und nicht gefeiert werden - das sagt das Gesetz Foto: tk
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  • hochgeladen von Tom Kreib

Party statt Karottenanbau: Verwaltung erhöht Pacht für städtische Grabelandanlagen tk. Buxtehude. Der Name klingt wunderbar altmodisch: städtische Grabelandanlagen. Und mit denen gibt es in Buxtehude Probleme. Grabeland ist rechtlich kein Schrebergarten und die Pächter der Parzellen sind zu großen Teilen offenbar keine Gärtnerinnen und Gärtner, sondern Menschen, die gerne draußen sind, aber keine Lust auf den Anbau von Karotten und Co. haben.

Eine aktuelle Verwaltungsvorlage liest sich so: "Das Freizeitverhalten der Pächter ist heute ein anderes als früher. Heute werden die Grabelandanlagen anstatt zur gärtnerischen Nutzung vorwiegend für die Erholung genutzt. Viele halten sich über mehrere Stunden in den Parzellen auf, es wird gegrillt, gespielt usw." Das an sich ist bereits ein Problem, weil gefeiert und nicht gegraben wird, doch einige Pächter sorgen darüber hinaus für Unmut: Sie werfen laut Verwaltungsvorlage Grünabfall in die Landschaft und haben - laut Satzung verboten - Toiletten auf ihre Parzellen gebaut. Letzteres wiederum, das steht jedoch nicht in der Vorlage, dürfte dem Freizeitverhalten - sprich Getränkekonsum - geschuldet sein. Erlaubt ist eigentlich nur der Anbau von einjährigen Pflanzen.

Die Pacht fürs Grabeland ist dagegen mickrig. Die Verwaltung mutmaßt, dass viele die Äcker behalten, obwohl sie eigentlich gar keine Lust aufs Gärtnern und Graben haben. Mit insgesamt 200 Miniflächen zwischen  200 bis 500 Quadratmeter nimmt die Stadt aktuell 5.470 Euro im Jahr ein. Daher soll der Pachtzins von derzeit zehn Cent pro Quadratmeter auf dann 50 Cent erhöht werden. Das würde die städtischen Einnahmen auf 27.350 Euro jährlich erhöhen. So käme zumindest ein Teil der Kosten rein, die Verwaltung, Pflege von Brücken und Wegen und - im Notfall, bei Gefahr im Verzug - das Fällen von Bäumen kostet. Zudem bekommen alle Grabeland-Mieter einen neuen Pachtvertrag. 

Da sollte dann vielleicht auch ein Grill- und Partyverbot sowie die vorgeschriebene Erntemenge an Gemüse drinstehen. Oder sollte das Ganze nicht ans heutige Freizeitverhalten angepasst werden? Nach 1945 sicherten solche Parzellen die Ernährung der Menschen. Das ist schon lange Vergangenheit.

Autor:

Tom Kreib

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