Muss das sein? Katzenbabys umsonst aus dem Internet

Zwei süße Stubentiger, die Obhut beim Tierschutzverein Buxtehude gefunden haben
  • Zwei süße Stubentiger, die Obhut beim Tierschutzverein Buxtehude gefunden haben
  • hochgeladen von Tom Kreib

tk. Buxtehude. "Das steht exemplarisch für das Gesamtproblem", sagt Waltraud Dirksen von der "Tierhilfe direkt". "Katzenschwemme bei den Buxtehuder Tierschützern" hatte das WOCHENBLATT gemeldet. Die Tierschützerin erneuert die Forderung nach einer landkreisweiten Kastrationspflicht für freilaufende Stubentiger.

Der große Haken dabei: Wer das letztendlich durchsetzen kann, scheint ein ungelöstes Problem zu sein. Waltraud Dirksen fordert unter anderem deshalb die Kastrationspflicht, weil Tierschützer bald nicht mehr wissen, wohin mit den Katzen. Im Internet werden Tiere jeden Alters zum Nulltarif angeboten. "Massenhaft sind Katzenkinder zu verschenken", kritisiert Dirksen. Tierschützer nehmen dagegen eine Schutzgebühr.

Auf dem platten Land würden sich die unkastrierten Stubentiger weiterhin unkontrolliert vermehren. Das regele sich von selbst, zitiert die Tierschützerin Argumente gegen die Kastrationspflicht. Von selbst heißt: Irgendwann werde das gesamte Rudel von einer Seuche dahingerafft. "Das ist ein elendes Sterben", sagt Waltraud Dirksen.

Im Landkreis Stade haben bislang nur die Samtgemeinden Apensen und Nordkehdingen die Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht eingeführt. Andernorts wurde darüber diskutiert, diese Reglementierung jedoch abgelehnt. Unter anderem deshalb, weil das ein Eingriff in die Eigentumsrechte der Katzenbesitzer sei.
Ein Problem: Manche Kommunen verweisen auf den Landkreis, der das anordnen könne oder gleich auf das Land, das eine solche Vorschrift erlassen könne. Landkreissprecher Christian Schmidt erklärt, dass die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht jedoch Sache der Städte und Gemeinden sei.

Der Landkreis werde über das Veterinäramt nur in Einzelfällen aktiv, wenn eine extrem schlechte Haltung vorliege und sich die Katzen zudem noch unkontrolliert vermehrten.

Der Kreis sieht sich nicht in der Pflicht und beim Land ist offenbar unklar, wer zuständig wäre. Das Innenministerium, das für ordnungspolitische Maßnahmen verantwortlich ist, verweist an das Landwirtschaftsministerium. Es gehe schließlich um Tiere. Eine Antwort aus diesem Haus steht noch aus.
Immerhin - bei den Buxtehuder Tierschützern haben sich schon Katzenfans gemeldet, die einigen Stubentigern ein neues Zuhause bieten.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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