Wohngebiet Giselbertstraße: 23.000 Kubikmeter Torf raus, 27.000 Kubikmeter Sand rein

Hier rollen ab Juli die Bagger: Dann beginnt die Erschließung des Wohngebietes Giselbertstraße Foto: tk
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tk. Buxtehude. Spätestens jetzt dürfte jedem klar sein, dass das geplante neue Wohngebiet Giselbertstraße ein Vorhaben im XXL-Format ist. Um den Torfboden aus dem nördlichen Bereich abzufahren und Sand - zum Auffüllen und für die Baustraßen - anzukarren, sind 4.000 bis 5.000 Lkw-Touren notwendig. Klaus Michael Sowitzki von der Planungsgruppe "Sweco" stellt die Grundzüge der Erschließungsplanung im Buxtehuder Bauausschuss vor. Zurzeit ist die Fläche noch eine grüne Wiese, doch die ersten Erschließungsarbeiten sollen bereits im Juli beginnen.

Die Planung von Sowitzkis Team umfasst die Straßen, die Entwässerung, das Abwasser und den Lärmschutzwall. Problem auf der Fläche: Um bauen zu können, müssen in einem Teilbereich rund 23.000 Kubikmeter Torf aus dem Boden geholt und die Fläche mit 27.000 Kubikmetern Sand aufgefüllt werden. Allein für den Torftransport rechnet der Planer mit 2.000 Lkw-Touren.

Außerdem werden 1,5 Kilometer Schmutz- und 1,7 Kilometer Regenwasserkanal gebaut. Die Straßen, Parkplätze und Gehwege haben zusammen eine Größe von rund 17.000 Quadratmetern. Die Lärmschutzwand, die eine Mischung aus Wall und Wand werden wird, hat voraussichtlich eine Höhe von acht Metern. Die Detailplanung dafür und für die Straßen fehlt noch. Jetzt gehe es darum, die Baustraßen zu errichten, den Torf aus dem Boden zu holen und mit dem Bau der Versorgungsleitungen, inklusive des Regenrückhaltebeckens, zu beginnen. Getrödelt werden kann nicht, denn das Nottensdorfer Wohnungsbauunternehmen HBI, ihr gehört rund ein Drittel der Giselbert-Flächen, will im Frühjahr 2020 mit dem Bau der ersten Häuser beginnen. Auch die Stadt beginnt in den kommenden Monaten damit, die Vermarktung ihrer Flächen vorzubereiten. Der Endausbau der Straßen wird nicht vor 2024/2025 beginnen, so Sowitzki. Bis dahin soll der größte Teil der Neubauten errichtet sein.

Ein Problem, das bislang noch nicht gelöst ist: Wohin mit dem Torf, dessen Schicht in einem Teilbereich zwei bis drei Meter tief ist? Aufgrund organischer Bestandteile (vor allem Kohlenwasserstoff) gilt er per Verordnung als schadstoffbelastet und darf nicht dauerhaft deponiert werden. Vorübergehend soll er auf freien Flächen zwischengelagert werden. An einer endgültigen Lösung tüfteln die Planer noch. "Schadstoffe bedeutet nicht Gift", betonte der Erste Stadtrat Michael Nyveld. Würde der Torf im Boden bleiben, wäre er keine "Belastung", sondern schlichtweg Torf. Eine Idee: Ein Teil könne eventuell im Lärmschutzwall verbaut werden.

Im Mittelpunkt der Fragen im Ausschuss standen auch das "Torf-Problem" sowie die Tausende von Lkw-Transporten. "Ein Belastung für Menschen und Straßen", so Benjamin Koch-Böhnke (Linke). Planer Sowitzki rechnet zu Beginn der Erschließungsarbeiten mit 30 bis 50 Fahrten pro Tag. Wobei die Politiker darauf hinwiesen, dass auch die Bauunternehmen, die ab 2020 bauen werden, mit vielen Fahrten zum Lkw-Verkehr beitragen. Um die Belastung durch Lkw-Verkehr zumindest einzugrenzen, soll es Regelungen für An- und Abfahrt geben. Richtung Giselbertstraße geht es über den Schleichweg von der B73 über die Bahnschienen Zum Heidberg und dann auf die Giselbertstraße Richtung Baugebiet. Während der Bauarbeiten wird die schmale Straße zwischen B73 und Zum Heidberg zur Einbahnstraße. Zusätzlich wird sie ertüchtigt und der Einmündungsbereich in die Straße "Zum Heidberg" wird erweitert.

Abfahrende Laster müssen allerdings über die Giselbertstraße und Gildestraße fahren. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass dieser Abschnitt der Giselbertstraße nach Fertigstellung des Wohngebietes saniert werden muss. Einbahnstraße für Lkw

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Tom Kreib

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