Kommentar zur Entscheidung von SPD und CDU, Katja Oldenburg-Schmidt zu unterstützen
Zweiter Wahlkampf wird härter als der erste

Warum die Entscheidung von SPD und CDU durchaus Risiken für die Bürgermeisterin birgt Sehr gut möglich, dass Katja Oldenburg-Schmidt 2021 erneut zur Buxtehuder Bürgermeisterin gewählt wird. Selbst Kritiker können ihr nicht vorwerfen, dass sie die Stadt nicht voranbringt, und an Ideen für die Zukunft mangelt es der Amtsinhaberin ebenfalls nicht. Die Entscheidung von SPD und CDU, Katja Oldenburg-Schmidt offiziell zu unterstützen, kann aber womöglich stärker zu ihrer Abwahl beitragen, als es die inoffizielle Buxtehuder Groko wahrhaben will. 

Folgendes Szenario ist durchaus denkbar: Dass der Grüne Michael Lemke erneut antreten wird, darf als sicher angenommen werden. Alles andere wäre eine faustdicke Überraschung. Wenn dann die Linke auch noch einen (komplett aussichtslosen) Kandidaten ins Rennen schickt, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Stichwahl. Wenn es Michael Lemke im Endspurt vor dem zweiten Urnengang gelingen würde, sich als die einzige Alternative zu einem "SPD-CDU-Oldenburg-Schmidt-Trio" zu profilieren, wenn er vermitteln könnte, dass Lemke Aufbruch und das Bewährte Stillstand bedeuten, könnte es in Buxtehude wie in Stade kommen: Die Amtsinhaberin wird überraschend abgewählt. Damit hätten CDU und SPD genau das erreicht, was sie verhindern wollen: dass Lemke Bürgermeister wird. Das ist beiden Parteien vermutlich fast genauso wichtig wie eine zweite Amtszeit der Amtsinhaberin.

Klar - Katja Oldenburg-Schmidt hat 2021 den Bürgermeisterinnen-Bonus. Aber 2014 hatte Lemke mit 40,4 Prozent (Oldenburg-Schmidt 59,6) schon mehr als nur einen Achtungserfolg gelandet. Spekulation und Spökenkiekerei, würden SPD und CDU mit Blick auf den Herbst 2021 mutmaßlich entgegnen. Wohl eher nicht. Denn: Beide Parteien hatten bei der letzten Kommunalwahl 2016 deutliche Verluste zu verkraften. SPD minus 6,9, CDU minus 3,3 Prozent. Beim letzten politischen Stimmungstest, der Europawahl im Mai, haben die Grünen mit 27,3 Prozent aller Stimmen in Buxtehude CDU und SPD weit hinter sich gelassen. Dass es bis zum Herbst 2021 zu einem Stimmungsumschwung hin zu den beiden großen Volksparteien kommt, darf als ausgeschlossen gelten.

Es wäre mutmaßlich cleverer gewesen, um Katja Oldenburg-Schmidt eine zweite Amtszeit zu sichern und Lemke aus dem Stadthaus rauszuhalten, wenn sich die inoffizielle Buxtehuder Groko im stillen Kämmerlein darauf geeignet hätte, wer von beiden mit eigenem Personal antritt. Auch wenn Buxtehude nicht das mitunter skurrile politische Leben wie Apensen pflegt, hat die völlig überraschende Wahl der komplett unerfahrenen Petra Beckmann-Frelock zur Samtgemeinde-Bürgermeisterin gezeigt, dass die Wählerinnen und Wähler einem parteiübergreifenden Wahlvorschlag nicht immer folgen. Für Katja Oldenburg-Schmidt dürfte ihr zweiter Wahlkampf daher härter werden als der erste. 
Tom Kreib

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Tom Kreib

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