Altersgerechtes Badezimmer: Wie wird das Bad im Alter sicher?

Der demografische Wandel stellt die Bundesrepublik vor anhaltende Herausforderungen.  Jeder zweite Deutsche ist mittlerweile über 45 Jahre alt.

Binnen der nächsten Jahrzehnte wird der unaufhaltsam wachsende Altenquotient nicht nur den deutschen Arbeitsmarkt verändern.
Im Alltag ergeben sich angesichts massiver Veränderungen der Altersstruktur neue Fragestellungen. So zum Beispiel, was geeignete Wohnkonzepte betrifft. Ob Mehrgenerationenhäuser oder Senioren-WGs:  Wohnen im Alter will früh geplant sein.

Barrierefreie Wohnkonzepte haben sich in diesem Kontext durchgesetzt. Im Hinblick auf Barrierefreiheit und Sicherheit stellt kaum ein Raum des Hauses derart große Herausforderungen wie das Badezimmer. Etwa  250.000 Bundesbürger verletzen sich jährlich im Bad.

Am häufigsten trifft es Senioren und Kinder. Bei den heute verfügbaren Sicherheitslösungen müsste das eigentlich nicht der Fall sein.

Eine Brücke zwischen Sicherheit und Komfort

Nicht nur im höheren Alter werden nasse Böden und feuchte Fliesen im Badezimmer leicht zu Stolperfallen. An heißem Wasser verbrüht man sich leicht. Bei begrenztem Raumangebot stößt man sich häufiger die Zehen. Installationen wie die Badewanne können außerdem leicht zu Gefängnissen werden. Wegen Risiken wie dieser sind Sicherheitskonzepte nirgendwo so wichtig wie  intelligente Systemlösungen, die Barrierefreiheit im Badezimmer mit Eleganz verbinden.

Was kann man sonst noch tun, um im Bad Risiken zu reduzieren und den Komfort zu steigern? Planungsrelevant sind in diesem Kontext vor allem folgende Aspekte:

  • Griffe
  • Thermostate mit Brühschutz
  • smarte Installationen
  • klug angeordnete Badmöbel
  • Rutschschutz
  • Bewegungsmelder
  • richtige Beleuchtung
  • Sitzgelegenheiten
  • Notknopf für den Hausnotrut

Für Bewegungs- und Barrierefreiheit im Bad

In zahlreichen Badezimmern ist die Bewegungsfreiheit ein heikles Thema. Das Durchschnittsbad ist räumlich begrenzt. Umso wichtiger ist die durchdachte Planung von Installationen wie der Dusche oder Toilette. Von Eck- bis hin zu Wandlösungen gibt es heutzutage Duschkabinen, die perfekt zur jeweiligen Raumsituation passen.

So auch in Form von bodengleichen Modellen, die für Barrierefreiheit sorgen. Walk in-Varianten mit fest installierter Glaswand und Spritzschutz nehmen relativ viel Raum in Anspruch. Falls die Wahl zuliebe des Platzangebots auf eine andere Kabine fällt, achtet man für die Türgriffe der Kabine am besten auf leichte Handhabung. Die Ergonomie ist auch hinsichtlich der Badmöbel ein relevanter Aspekt. Ausziehbare Apothekerschränke mit leichtgängigen, gesicherten Schubladen bieten bei geringem Platzbedarf ausreichend Stauraum. Einige Modelle verfügen über Extras wie Anschlagdämpfung oder abgerundete Kanten. Dadurch sinkt die Verletzungsgefahr gleich doppelt. Grundsätzlich ist weniger in Sachen Badmöbel mehr. Je mehr Raum zur Verfügung steht, desto komfortabler und sicherer ist das Zimmer.

Gegen Stürze im Badezimmer

Stürze zählen zu den häufigsten Unfällen im Haushalt. Im Badezimmer ist die Sturzgefahr angesichts nasser Böden und Fliesen besonders hoch. Für Senioren kann schon der Ausstieg auf der Badewanne oder Dusche zum Sturz führen. Die Installation ergonomisch geformter Haltegriffe mit rutschfester Oberfläche und Gummierung minimiert das Risiko. Einige Griffe sind multifunktional. Auch zum Trocknen von Handtüchern oder als Halterungen für Duschklappsitze sind viele davon nutzbar. Abgesehen von Griffen verringern auch rutschhemmende Fliesen das Sturzrisiko. Kennzeichnungen wie R10A zeichnen Fliesen für den trockenen Laufbereich aus. Die R10B-Kennzeichnung bietet sich für Flächen an, die nass werden. So zum Beispiel im Bereich der Dusche. Idealerweise verfügen Badezimmerböden außerdem über einen hohen Fugenanteil. Kleinere Fliesenformate bieten höheren Halt und auch raue Oberflächen wirken Stürzen entgegen. Wer sich noch mehr Rutschsicherheit wünscht, klebt Antirutschbänder auf die Böden. Grundsätzlich gibt es zu Badezimmerfliesen heutzutage auch alternative Bodenbeläge, um das Sturzrisiko zu minimieren.

Im Bereich der Dusche sind zusätzlich Gummi-Teppiche sinnvoll. Ab bestimmtem Alter bietet sich gegen Stürze übrigens auch die Installation von Sitzgelegenheiten an. Neben Duschhockern sind wandhängende Klappsitze beliebte Varianten.

Gesteigerte Sicherheit dank Smart Home

Im Hinblick auf die Elektroinstallation im Badezimmer entscheiden sich viele Hausbesitzer heutzutage für Smart-Home-Konzepte. Solche Systeme steigern zugleich den Komfort und die Sicherheit. Kluge Thermostate mit Heißwassersperre oder Temperaturbegrenzer bei 38 Grad sind hiervon ein Kernelement. Auch in Sachen Toilettenspülung und Beleuchtung bieten Smart-Home-Konzepte Bedienern zahlreiche Vorteile. Bei der Beleuchtung haben sich intelligente Lösungen durchgesetzt, die zugleich die Orientierungsfähigkeit und Atmosphäre im Raum verbessern. Einige smarte Systeme verfügen zusätzlich über Bewegungsmelder, die an den Waschtisch oder das WC gekoppelt sind. Außerdem lassen sich Notknöpfe in das Konzept integrieren. Grundsätzlich müssen im Bad alle Lichtschalter, Steckdosen und Leuchten die für Feuchträume festgelegten Vorschriften erfüllen. Sicherheitsrisiken sind in den drei festgelegten Schutzbereichen des Badezimmers tabu und vom Fachmann auszuschließen.

Autor:

Online Redaktion aus Buxtehude

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