Blech und alles, was es sich darüber zu wissen lohnt

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Als Leonardo da Vinci 1485 die Skizze eines Walzwerks zu Papier brachte, konnte er nicht ahnen, welche Bedeutung gewalzte Bleche mehr als 500 Jahre später haben würden. Die Zahl möglicher Einsatzfelder ist nahezu unüberschaubar. Und es kommen immer neue hinzu.

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Blech: ein faszinierender Werkstoff
Bleche sind äußerst vielseitige Werkstoffe aus unterschiedlichsten Metallen wie Stahl, Edelstahl, Kupfer oder Aluminium. Hergestellt werden sie durch Walzen, ein Fertigungsverfahren, das zur Gruppe des Druckumformens gehört. Das Ausgangsmaterial, gegossene oder gewalzte Brammen, Platinen oder Barren, wird zwischen zwei oder mehrere rotierende Walzen gelegt, die durch Druck eine Umformung bewirken. Bei jedem Durchlauf wird das Walzgut dünner, während seine Länge und/oder Breite zunehmen.

Werkstücke mit einer Stärke von unter drei Millimetern zählen zu den Feinblechen, alle anderen zu den Grobblechen. Der Begriff Mittelblech, der sich auf Dicken von drei bis 4,75 Millimetern bezog, ist seit Änderung der DIN 1543 im Jahr 1981 nicht mehr genormt.

Blechbearbeitung: die wichtigsten Verfahren im Überblick
Abhängig von ihren Eigenschaften können Bleche mit unterschiedlichsten Verfahren bearbeitet werden. Zu den gängigsten Prozessen innerhalb der Blechbearbeitung zählen das Umformen, das Trennen, das Fügen und die Oberflächenbehandlung.
Mit Umformen wird das plastische Verformen von Blechen bezeichnet, das sich neben dem Walzen auch durch Biegen, Schmieden und Ziehen erreichen lässt. Differenziert wird zwischen dem Kalt- und dem Warmumformen. Letzteres bietet den Vorteil einer höheren Umformbarkeit bei gleichzeitig geringeren Kräften. Zudem entfällt die mit einer Kaltumformung verbundene Verfestigung des Werkstoffs.
Das Trennen bzw. Zuschneiden der Bleche erfolgt je nach Stärke und gewünschter Präzision mit einfachen Handwerkszeugen wie Sägen und Blechscheren oder mithilfe von Brenn-, Laser-, Wasserstrahl oder Plasmaschneidmaschinen. Beim Fügen kommen Blechverbindungstechniken wie das Gasschmelzschweißen, das Laserschweißen oder das Lichtbogenschweißen zur Anwendung. Eine Sonderform des Letzteren ist das Bolzenschweißen, mit dem sich dauerhafte Verbindungen zwischen Blechen und Bolzen generieren lassen.
Geht es darum, Bleche oder daraus gefertigte Endprodukte hinsichtlich bestimmter Charakteristika zu optimieren, können verschiedene Techniken der Oberflächenbehandlung Anwendung finden. Extrapolieren und Brünieren gehören ebenso dazu wie Beschichtungen (z. B. Verchromen, Pulverbeschichten, Lackieren), mechanische Verfahren (z. B. Polieren, Kugelstrahlen, Schleifen) oder chemische Verfahren (z. B. Beizen, Entfetten).

Blechverarbeitung auf dem Weg zur digitalen Transformation
Wer Bleche bearbeiten möchte, benötigt das richtige Werkzeug. Im Handwerksbereich umfasst das Spektrum meist Handwerkzeuge wie Eisensägen, Feilen, Zangen und Hämmer sowie Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschinen, Lötkolben, Hand-Schleifmaschinen und Laser.

Die Blechbearbeitung im industriellen Sektor erfordert in aller Regel ein spezielleres Equipment, das deutlich höhere Stückzahlen und für gewöhnlich auch eine höhere Präzision ermöglicht.

Gängig sind beispielsweise Metallbandsägen, Fräs-, Biege- und Drehmaschinen sowie Schneid- und Schweißanlagen. Viele dieser Maschinen bzw. Anlagen verfügen inzwischen über eine moderne Computersteuerung, die eine konstante Qualität über eine große Stückzahl hinweg sicherstellt.
Mittlerweile werden neben anderen Blechbearbeitungsverfahren immer mehr Schweißtechniken in die automatisierte und digital vernetzte Produktion integriert. Das bietet nicht nur technologische Vorteile, sondern kommt auch der Gesundheit der Schweißer zugute.

Bleche und ihrer Relevanz für die heutige Wirtschaft

Automobilindustrie und Schiffbau, Stahl- und Brückenbau, Rohrleitungsbau, Elektroindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik, Pharmabranche - es gibt kaum eine fertigende Industrie, in der Bleche keine Rolle spielen.

Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sich die Blechbearbeitung im Laufe der Zeit zu einem äußerst vielseitigen industriellen Prozess entwickelt, der eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Blechgüten, -formaten und -stärken hervorbringt.
Dank der großen Auswahl an Materialien und Abmessungen lassen sich heute für jede Branche und jedes Einsatzfeld passende Bleche finden. Verarbeitet werden die Walzwerksprodukte unter anderem zu Fahrzeugkarosserien, geschweißten Rohren, Fahrstuhlverkleidungen, Schaltschränken, Operationstischen, Schildern und Blechdosen. Masten von  Windkraftanlagen können ebenso aus Blech bestehen wie Schmuckstücke und andere Designobjekte.

Ihre Beliebtheit verdanken Bleche nicht zuletzt ihrer guten Energiebilanz. Da sie sich recyceln und vollständig wiederverwenden lassen, tragen sie in hohem Maße dazu bei, die natürlichen Ressourcen zu schonen.

Grenzenlose Einsatzmöglichkeiten
Auch wenn Bleche mittlerweile in einigen Einsatzgebieten durch neue Materialien wie glasfaserverstärkte Kunststoffe ersetzt wurden, haben sie noch lange nicht ausgedient. Im Gegenteil. Die ohnehin schon nahezu unendliche Reihe an möglichen Blecherzeugnissen wird angesichts verbesserter und neu entwickelter Blechbearbeitungsverfahren immer länger.

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Autor:

Online Redaktion aus Buxtehude

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