Eilgesetz zur Maske auf Rezept / Apotheken sollen die Verteilung übernehmen
Kommt der große Ansturm auf Gratis-Masken?

Apotheker Alexander Stüwe zeigt die Qualitätsmaske, die mit CE und  vierstelliger Zahl zertifiziert ist
  • Apotheker Alexander Stüwe zeigt die Qualitätsmaske, die mit CE und vierstelliger Zahl zertifiziert ist
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(sla). In Bremen wurden kürzlich viele Apotheken wegen der kostenlosen Verteilaktion von FFP2-Schutzmasken regelrecht überrannt. Auch der Buxtehuder Apotheker Alexander Stüwe rechnete jetzt mit einem Ansturm. Denn am 19. November wurde das "dritte Bevölkerungsschutzgesetz" verabschiedet, das unter anderem vorsieht, dass Apotheken eine weitere wichtige Rolle in der Pandemie bekommen: Sie sollen Masken kostenlos an Risikogruppen verteilen. "Dies wird über ein Rezept des Hausarztes geschehen", sagt Stüwe.
Bislang waren Schutzmasken nicht Teil des Leistungskataloges der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Nun wurde durch das Eilgesetz der Leistungskatalog der Kassen entsprechend erweitert, um für Personen das Ansteckungsrisiko zu vermindern, für die ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf mit Sars-CoV-2 besteht.
Aufgrund der aktuell gestiegenen Infektionszahlen ist die Nachfrage nach FFP1-, FFP2-, FFP3-Masken, die einen guten Schutz vor Ansteckungen versprechen, derzeit groß, bestätigt der Buxtehuder Apotheker: "Wir verzeichnen seit den Herbstferien eine extreme Nachfrage", sagt Stüwe. Gibt es noch genug Masken, wollte das WOCHENBLATT von ihm wissen. Tatsächlich habe es zeitweise Engpässe bei zertifizierten Qualitätsmasken, die an CE und vierstelliger Zahl erkennbar sind, gegeben, gesteht der Apotheker.
Kleine Maskenkunde: Der Begriff FFP ist die Abkürzung "Filtering Face Piece", also filtrierende Gesichtsmaske. Atemschutze der Klassen FFP1 (filtert bis zu 80 Prozent der Schadstoffe), FFP2 (94 Prozent Filterleistung) und FFP3 (99 Prozent) schützen vornehmlich den Träger vor Partikeln wie Staub, aber auch vor Viren. Je höher die Schutzklasse, desto besser filtert die Maske. FFP-Masken mit Ausatemventil schützen zwar den Träger, jedoch nicht das Umfeld. Wer Personen in seiner Nähe schützen möchte, sollte auf Masken mit Ventil verzichten. Dieses ist von der Schutzklasse unabhängig. Beim Ausatmen öffnet sich das Ventil, die Atemluft strömt ungefiltert aus der Maske.
Die Masken sind mitunter wiederverwendbar, dies ist vorne oder seitlich am Atemschutz gekennzeichnet. NR steht für "non reusable", diese Masken dürfen nur einmal getragen werden; R steht für "resuable", hier können Atemteile gereinigt und die Maske erneut genutzt werden.
FFP-Masken haben immer eine CE-Kennung und einen vierstelligen Zahlencode, andernfalls handelt es sich um eine Fälschung.Übrigens: Der Hinweis eines WOCHENBLATT-Lesers, dass die Polizei nicht mit den nötigen Schutzmasken ausgestattet sei, wurde von Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach dementiert: Alle Polizisten seien mit den nötigen Schutzmasken sowie der kompletten Schutzausrüstung ausgestattet, die sie bei Gefahr durch Infektionsrisiko einsetzen.
Das Robert-Koch-Institut empfiehlt im Zusammenhang mit Corona für den alltäglichen Gebrauch einfache Mund-Nasen-Bedeckungen oder medizinische Gesichtsmasken, da FFP-Masken mit Ausatemventil keinen Fremdschutz bieten. Masken ohne Ventil sind grundsätzlich geeignet, dienen aber vornehmlich dem Eigenschutz. Fest gewebte Stoffe sind zudem besser geeignet als leicht gewebte Stoffe.
• Den besten Schutz von einer potenziellen Virusübertragung bietet aber das konsequente Distanzieren von andern, potenziell virustragenden Personen. Auch mit Maske sollte der vom Robert-Koch-Institut empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Meter zu anderen Menschen eingehalten werden.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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