Andreas Steffen holt die neue Rennserie TitansRX zum Gastspiel auf den Estering
"Die Boliden gehen kompromisslos nach vorn"

Reini Sampl (li.) ist der einzige TitansRX-Fahrer im Rollstuhl
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tk. Buxtehude. Schon vor dem großen Finale der neuen Rallycross-Serie TitansRX auf dem Estering am 19. und 20. Oktober hat Rallycross-Ass und Buxtehuder Lokalmatador Andreas Steffen den PS-starken Tross auf die Rennstrecke vor den Toren Buxtehudes geholt. Mit dabei: Der "Erfinder" der Serie, der Österreicher Max Pucher, und Steffens Fahrer-Kollege Reini Sampl. Der sagt über TitansRX: "Die Autos gehen kompromisslos geil nach vorn!" Diese neue Rennserie, das wird bei allen Gesprächen mit Fahrern und Machern deutlich, bietet Spannung pur und ist dabei keine Materialschlacht für Teams mit einem Mega-Millionen-Budget, sondern ein fairer Wettbewerb, bei dem es auf den Piloten ankommt. "Du musst vor allem Autofahren können", bringt es Andreas Steffen auf den Punkt.

Max Pucher hat drei volle Saisons in der Rallycross-WM mitgemacht. Er ist Motorsportler aus Leidenschaft. "Ein Wahnsinnsproblem bei der WM sind die Kosten", sagt er dem WOCHENBLATT. Unter vier Millionen Euro Budget brauche ein Privat-Team gar nicht anzutreten. Puchers Ziel: die Kosten senken und die Rennen spannender machen. Dafür hat er einen neuen Rallycross-Boliden entwickelt, der mit 530 PS ähnlich beeindruckende Leistungen bringt wie die Autos bei den Supercars in der WM.

Aber: Alle Teams, aktuell 15, fahren baugleiche Fahrzeuge. Die Kosten, so Pucher, betragen für jedes einzelne Team daher nur zehn Prozent im Vergleich zum WM-Budget. Alle Skeptiker hat der TitansRX-Macher längst überzeugt. Auch die oberste internationale Motorsportinstanz FIA. "Dort wurden mir keine Steine in den Weg gelegt."

Etwas anders als bei den anderen Rallycross-Events sind auch die Regelwerke. "Wir wollen, dass möglichst viel überholt wird - leicht zu touchieren ist daher erlaubt", betont Pucher. Außerdem fällt bei TitansRX die sogenannte Joker Lap, eine Zweitspur neben der eigentlichen Rennstrecke, weg. Die muss etwa bei der WM von jedem Piloten einmal durchfahren werden. Weil die Fahrer damit ungefähr zwei Sekunden verlieren, können andere eventuell überholen. Grundsätzlich anders als bei der Rallycross-EM oder -WM sind auch die Läufe. An einem Wochenende werden zwei komplette Rennen gefahren - Finale an zwei Tagen inklusive.
"Die Fahrer sind glücklich und die Fans haben Spaß", zieht Pucher ein vorläufiges Fazit der ersten Saison. Was ihm besonders positiv auffällt: "Auf der Rennstrecke wird hart gefightet und danach sind alle wieder wie eine große Familie." Ein Satz, den Reini Sampl unterstreicht. "Uns alle, auch die absoluten Profis, eint die Lust an diesen Autos." Es geht um "puren Motorsport."

Sampl, ehemaliger Profi-Skifahrer aus Österreich, sitzt seit einem Trainingsunfall 1996 im Rollstuhl. Sein PS-Bolide ist fürs Schalten, Kuppeln und Gasgeben umgebaut worden. Er sieht sich in erster Linie aber nicht als Botschafter für Behindertensport. "Ich fahre Rallycross, weil es mir Spaß macht", sagt er. Wenn das eine Botschaft an andere sende, "ist das ein positiver Nebeneffekt". 

Die Chancen stehen gut, dass die TitansRX-Serie auch 2020 wieder in Buxtehude Station macht. Max Pucher berichtet, dass viele Fahrer Interesse haben, namhafte Topsponsoren bereit stehen und weit mehr Rennstrecken als jetzt für die Rennserie angefragt haben. Daumen drücken, dass dann auch Andreas Steffen wieder mitfährt. Denn Rallycross ohne den Buxtehuder, der auch Chef des ACN (Automobilclub Niederelbe) ist, wäre an der Este undenkbar.

Autor:

Tom Kreib

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