Der Extremsportler aus Buxtehude hat 320-Kilometer-Ultralauf absolviert
Kay Giese und der Kampf gegen den "inneren Schweinehund"

Kay Giese auf dem Siegertreppchen Foto: privat
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  • Kay Giese auf dem Siegertreppchen Foto: privat
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tk. Buxtehude. Einen Marathon läuft Kay Giese (48) "nur so als Training". 150 Mal hat er die 42 Kilometer schon absolviert. Den richtigen Lauf-Kick bekommt der Buxtehuder Extremsportler aber erst dann, wenn andere gar nicht an einen Start denken. So wie kürzlich beim "WiBoLT": Das sind 320 Kilometer, 11.700 Höhenmeter, die jeder Teilnehmer in 90 Stunden schaffen muss. Der Start ist in Wiesbaden, das Ziel ist Bonn. Kay Giese ist angekommen. Nach 80 Stunden und 25 Minuten. "Relativ erschöpft, aber glücklich", sagt er.  

In der Szene der Ultraläufer ist Kay Giese inzwischen eine feste Größe. Mit dem erfolgreichen Finish hat er jetzt zum zweiten Mal die "Millennium-Quest"-Serie gewonnen. Das sind neben "WiBoLT" der "Junut" (Jurasteig Nonstop Ultratrail) über 239 Kilometer, der Hexenstieg-Ultra über 218 sowie die Tortour der Ruhr über 230 Kilometer. Diese vier Ultraläufe muss ein Sportler innerhalb von zwei Jahren schaffen. Wer einmal nicht ankommt, ist raus. "Ich habe als zweiter Sportler überhaupt den Cup zum zweiten Mal gewonnen", freut sich Kay Giese, nachdem er aktuell den "WiBoLT" und damit den Cup geschafft hat.

Was sich die Ultraläufer "antun", hört sich nach extremer Qual an. "Diese Rennen werden nicht mit den Beinen, sondern im Kopf gewonnen", stellt der Buxtehuder lapidar fest. Beim "WiboLT" ist er abends um 18 Uhr in Wiesbaden bei knapp 30 Grad gestartet. Alle 20 bis 30 Kilometer gibt es einen Verpflegungspunkt. Ein Rennen gemeinsam bzw. gegen andere heißt aber nicht, dass die Sportler in einem Feld zusammen unterwegs sind.  Nur 44 Extremsportler waren überhaupt am Start. "Da ist man nachts vollkommen alleine unterwegs", sagt Kay Giese. Vier Nächte ist er gelaufen oder bei starken Steigungen auch mal gegangen und hat sich maximal anderthalb Stunden am Stück ausgeruht. In der dritten Nacht habe er sogar Halluzinationen bekommen. "Man sieht oder hört Dinge, die nicht da sind", sagt Giese. Um den "inneren Schweinehund" als härtesten Gegner zu überwinden, gehöre aber auch das dazu. 

Von den 44 Ultraläufern die beim jüngsten Extrem-Laufevent in Wiesbaden gestartet sind, kamen 20 an. Es war nicht der letzte Ultralauf, bei dem der Buxtehuder an den Start geht. Die Frage, ob diese extreme Form des Sports noch gesund ist, beantwortet Kay Giese mit einem ehrlichen "definitiv nicht". Die Hüften würden bei Ultraläufern am schnellsten Probleme bereiten. Kay Giese macht weiter, so lange es geht. Im Durchschnitt absolviert er 25 Ultraläufe im Jahr.

Kay Giese auf dem Siegertreppchen Foto: privat
Nur anderthalb Stunden Pause, dann ist Kay Giese wieder auf die Laufstrecke zurückgelehrt. 320 Kilometer von Wiesbaden nach Bonn ist er gelaufen Foto: privat

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