Das hat Folgen für die Deutschlandzentrale in Buxtehude
Lada zieht sich aus Europa zurück

Der "Vesta" sollte Lada in deutschland zum Erfolg verhelfen. Ab 2020 wird er nicht mehr aus Russland geliefert Foto: archiv
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Deutschland-Zentrale in Buxtehude ist von dieser Entscheidung betroffen tk. Buxtehude. Der Autobauer Lada (offizieller russischer Unternehmensname Awtowas) wird ab 2020 keine Autos mehr nach Westeuropa liefern. Offizielle Begründung: Die Lada-Flotte könne die strengen Abgasnormen der EU nicht erfüllen. Diese Entscheidung hat direkte Auswirkungen auf Buxtehude: Hier sitzt die Lada-Zentrale für Deutschland und Österreich und deren Chef, Dieter Trzaska, hält die CO₂-Begründung für vorgeschoben: Die Mehrheit bei Lada hat eine Allianz aus Renault und Nissan. Die wollten Konkurrenz für ihre eigenen Marken, Renault-Tochter Dacia eingeschlossen, verhindern.
"Vieles in der Argumentation passt nicht zusammen", meint Trzaska, der noch im März mit dem Präsidenten und Vizepräsidenten von Awtowas zusammengesessen hat. So sei es technisch durchaus möglich und auch finanzierbar, die Lada-Flotte auf die Euro-6-Norm zu bringen. "Lada ist keine russische Firma mehr", meint Trzaska. Er spreche zwar selbst nicht perfekt Russisch, doch das sei bis vor geraumer Zeit die Umgangssprache am Verhandlungstisch gewesen. "Jetzt ist es Englisch", sagt der Lada-Deutschlandchef über eine andere Unternehmenskultur und damit verbunden eine andere wirtschaftliche Ausrichtung. Seine Sicht der Dinge hat er in den vergangenen Wochen häufiger in russischen Medien publik gemacht.

Dass es der Renault-Nissan-Allianz um ihre Fahrzeuge und nicht um Lada gehe, macht Trzaska am Beispiel des "Vesta" deutlich. Dieses aktuelle Fahrzeug habe das Zeug, der Renault-Tochter Dacia das Leben schwer zu machen. Und: Lada habe bereits einen Nachfolger für den Allrad-Dauerbrenner "4X4" (früher Niva) präsentiert. Auch dabei sieht der Buxtehuder gute Marktchancen in Westeuropa. "Fairplay geht anders", sagt Trzaska.

Er müsse sich mit seinem Unternehmen jetzt neu aufstellen. Zu Entlassungen werde es vermutlich aber nicht kommen, weil der Stellenabbau zumindest teilweise über Pensionierungen abgefedert werden könne. 

Bis zum Frühjahr 2020 sei der Bestand an Lada-Neufahrzeugen, unter anderem aus einem Lager in Riga, groß genug. Und: Alle Kunden haben nach wie vor die volle Gewährleistung und Garantie auf ihre Ladas. 

Ob die Ankündigung von Lada, mit neuen Modellen auf den westeuropäischen Markt zurückzukehren, auch Realität wird, mag Trzaska nicht vorhersagen. Dass neue Modelle, wie etwa der Vesta Cross, eine realistische Marktchance haben, davon ist er überzeugt. "Wir hatten schon 2018 nicht genug Fahrzeuge, um den Bedarf zu decken."

Autor:

Tom Kreib

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