Mehr Flüchtlinge in die Ausbildung: "Wir brauchen gute Qualität"

Froh über einen gelungenen Start des Pilotprojektes (v.li.): Marcel von der Lieth, Teamleiter Arbeitnehmer-Vermittlung Stade-Buxtehude, Inge Schlote, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Stade, die Projektteilnehmer Mir Zafar Iqbal Nabizada und Ayaz Hasan (re.) sowie Sozialpädagin Anna Glöde
  • Froh über einen gelungenen Start des Pilotprojektes (v.li.): Marcel von der Lieth, Teamleiter Arbeitnehmer-Vermittlung Stade-Buxtehude, Inge Schlote, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Stade, die Projektteilnehmer Mir Zafar Iqbal Nabizada und Ayaz Hasan (re.) sowie Sozialpädagin Anna Glöde
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bc. Stade. Flüchtlinge können dabei helfen, den Fachkräftemangel in Deutschland zu lindern - vor allem im Handwerk. Was so einfach klingt, bedeutet für alle Akteure, dass sie eine Herkules-Aufgabe bewältigen müssen. Flüchtlinge wie Betriebe, Arbeitsagenturen, diverse Bildungsstätten oder auch Kammern. Die größte Herausforderung bleibt die deutsche Sprache - in Wort und Schrift. Vokabeln wie Bügelmessschraube oder Drehmomentschlüssel sind schwierige Vokabeln, gehören bisweilen zum Berufsalltag aber dazu.
Im Landkreis Stade ist daher jetzt ein Pilotprojekt an den Start gegangen, um junge Flüchtlinge besser auf eine Berufsausbildung vorzubereiten. „Wir brauchen gute Qualität in den Ausbildungsbetrieben“, sagt Eckhard Sudmeyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade.
Deswegen entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit in Stade, dem Jobcenter Stade und der Handwerkskammer eine neue, dritte Bildungsmaßnahme, die den bereits bestehenden landes- und bundesweit geförderten Projekten „Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk“ und „Berufsorientierung für Flüchtlinge“ vorgeschaltet ist. Sie heißt „(Berufs-)Start für junge Flüchtlinge“ (StajuF) und ist gemäß den Aussagen der Beteiligten ein voller Erfolg. „Ich kann jedem Arbeitgeber nur wünschen, dass er einer dieser wunderbaren Menschen für seinen Betrieb gewinnen kann“, sagt Inge Schlote, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Stade.
Ende der vergangenen Woche lief nun die erste StajuF-Maßnahme aus. In einem Zeitraum von acht bis 13 Wochen wurden die Schüler für die Berufsvorbereitung fit gemacht. Sie vertieften Deutschkenntnisse, frischten ihren Mathematik- und Physik-Unterricht auf und erfahren wichtige Fakten über das deutsche Ausbildungssystem. Nach einer insgesamt einjährigen Vorbereitung in allen drei Bildungsmaßnahmen, zu denen u.a. mehrwöchige Betriebspraktika gehören, werden die 17 Teilnehmer dieser ersten Maßnahme - übrigens alles junge Männer - voraussichtlich ihre Ausbildung im Sommer 2018 beginnen können. „Sie ziehen alle gut mit“, sagt Pädagogin Anna Glöde.
17 Teilnehmer sind angesichts der Flüchtlingszahlen vorerst ein Tropfen auf den heißen Stein. Im Landkreis Stade leben insgesamt rund 1.600 Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter, darunter ein großer Teil junger Männer, die für die Vorbereitungskurse in Frage kommen.
Die lokale Initiative „StajuF“ läuft vorerst nur im Landkreis Stade, könnte aber bei anhaltendem Erfolg auf den gesamten Kammerbezirk ausgedehnt werden.
Kammer-Geschäftsführer Sudmeyer: „Die Chancen stehen gut, mit Hilfe der Maßnahmen den größten Teil der jungen Menschen in eine Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung zu vermitteln.“

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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