Umsatzeinbußen durch Corona
Spritpreise so niedrig wie lange nicht mehr

Diesel für 98 Cent pro Liter: Die Kraftstoffpreise sind dank Corona so niedrig wie lang nicht mehr
  • Diesel für 98 Cent pro Liter: Die Kraftstoffpreise sind dank Corona so niedrig wie lang nicht mehr
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jab. Hedendorf/Apensen Corona sei Dank befinden sich die Spritpreise derzeit auf einem sehr niedrigen Niveau. Zeitweise sinken die Kosten, die ein Dieselfahrer berappen muss, auf unter einen Euro pro Liter. Doch was den Autofahrer freut, ist des Tankstellenbesitzers Leid.

„Das ist mit Sicherheit schon 15 Jahre her, dass die Preise so niedrig waren“, meint Christian Völksen, Geschäftsführer der Tankstellen Völksen in Hedendorf. Vor einigen Jahren habe es schon einmal annähernd solche niedrigen Preise gegeben, aber eben nicht so beständig, weiß Arno Eckstein, Geschäftsführer der Classic Tankstelle in Apensen. Und da liegen sie richtig. Nach den Aufzeichnungen des ADAC zur Kraftstoffentwicklung lag 2004 der Preis für Diesel durchschnittlich bei unter einem Euro, 2005 bei durchschnittlich rund 1,06 Euro pro Liter.

„Die Nachfrage nach Öl ist durch Corona stark gesunken, und der Kraftstoffpreis ist abhängig vom Rohölpreis“, erklärt Völksen die Preise. Obwohl der Markt gesättigt war, haben die Ölproduzenten weitergefördert. Gespräche der Ölförderländer zu einer Begrenzung der Fördermengen waren ergebnislos. Nun seien die Lager voll und die Erzeuger würden ihr Öl nicht los, so Völksen. Da Lagerraum aber auch Geld koste, werde Öl nun zu sehr niedrigen Preisen angeboten. Allerdings hätten sich die Ölförderländer des Kartells OPEC nun darauf geeinigt, die Fördermengen zu reduzieren.

Doch das ändert noch nichts an der jetzigen Situation: Völksen verzeichnet erhebliche Umsatzeinbußen beim Kraftstoff. Gleichzeitig würden durch die niedrigere Anzahl an Kunden auch weniger Shopartikel gekauft. Zwar würden einige die geringeren Spritpreise ausnutzen, doch das seien die wenigsten. „Viele Pendler befinden sich im Homeoffice oder in Kurzarbeit. Auch Firmen tanken jetzt weniger“, so Völksen. Eckstein verzeichnete zu Beginn des Lockdowns rund 70 Prozent Umsatzrückgänge. Mit jeder Lockerung entspanne sich die Lage, dennoch fehle immer noch ein Drittel des Umsatzes.

Völksens Glück sei, dass er nicht nur vom Tankgeschäft lebe, sondern dazu noch eine Werkstatt führe. So spüre er zwar den schlechteren Umsatz beim Tanken, aber die Arbeit in der Werkstatt sei annähernd gleich geblieben, sagt Völksen. „Die Kraftstoffpreise werden irgendwann auch wieder hochgehen, wann, hängt aber davon ab, wie schnell die Wirtschaft nach Corona wieder in den Tritt kommt“, so Völksen. Bis sich alles wieder normalisiert, dauere es wohl noch bis Ende des Jahres, schätzt Eckstein.

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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