Wieder alles in Butter?

(bc). Niedersachsen ist Butterland. Etwa ein Viertel der Butter, die in Deutschland produziert wird, stammt aus Niedersachsen. In den Landkreisen Harburg und Stade gibt es zusammengerechnet immer noch mehr als 500 Milchvieh-Halter. Die dürften aktuell beim Blick in die Kühlregale von Discountern und Supermärkten frohlocken. Nach der Milchpreis-Krise steigen endlich wieder die Preise für Molkereiprodukte.

Mit 1,99 Euro hat der aktuelle Butterpreis sogar Rekordniveau erreicht. "Ich finde die Entwicklung richtig gut", sagt Stades Kreislandwirt Johann Knabbe. Butter werde nicht mehr verteufelt. Er hofft, dass die hohen Preise vergleichsweise lange anhalten werden.

Der Preis für Butter hat sich damit seit gut einem Jahr fast verdoppelt. Im Januar betrug er bei Famila z.B. noch 1,29 Euro. "Der Light-Trend geht zurück, fetthaltige Produkte sind wieder im Kommen", bestätigt Solveig Hannemann, Pressereferentin bei der Bela-Handelsgesellschaft, zu der Famila gehört.

Offenbar macht Butter derzeit einen Imagewandel durch, was letztlich den Milchviehhaltern zu Gute kommt, da die Erzeugerpreise wieder steigen. Aber machen auch die Verbraucher die Preiserhöhung mit?

Kunden wie Nikolaus Lemberg (41) aus Eyendorf im Landkreis Harburg scheint das nicht abzuschrecken: „Ich begrüße, dass die Butter teurer wird. Dann kommt von dem Geld endlich auch mal etwas bei den Bauern an. Ich würde auch das Doppelte bezahlen, wenn die Landwirte dadurch mehr zu ihrem Recht kommen.“

Wäre Lembergs Meinung mehrheitsfähig, hätten die Landwirte in Deutschland wohl weitaus weniger Probleme. Seit Jahren klagen viele Milch produzierende Betriebe hierzulande über geringe, nicht kostendeckende Erzeugerpreise. Das könnte sich jetzt ändern.

Laut Kristine Kindler, Geschäftsführerin der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen, werde der Milchgeldauszahlungspreis - also das, was die Molkereien den Bauern bezahlen - im November voraussichtlich auf ca. 40 Cent pro Liter Rohmilch ansteigen. Nach der Krise, in der teilweise weit unter 30 Cent bei den Landwirten im Portmonee ankam, eine deutlich Steigerung.

Dietmar Fritz ist Sprecher für den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter im Landkreis Harburg. Er orientiert sich an den Zahlen des Milch-Marker-Index. Demnach sind 36 Cent für Durchschnittsbetriebe im Nordwesten Deutschlands vollkostendeckend. „Der Milchpreis müsste aber langfristig wesentlich höher als 36 Cent liegen, um die Liquiditätslücke der vergangenen zwei Jahre auszugleichen“, so Fritz. Der durchschnittliche Milchauszahlungspreis für das Wirtschaftsjahr 2016/2017 werde voraussichtlich bei 30 bis 32 Cent liegen. Fritz: „Die Abschlüsse liegen aber noch nicht vor.“

Dass die Butterpreise in den vergangenen Monaten so stark angezogen haben, ist kein rein deutsches Phänomen, sondern international zu beobachten. Viele Faktoren sind dafür ausschlaggebend. Ein wichtiger ist die Liberalisierung der europäischen Milchmärkte im Jahr 2015 und dem damit verbundenen gestiegenen Angebot.

Die Folge: Die Preise fielen in den Keller. Viele Betriebe stellten ihre Produktion um, weil sich die Milchproduktion nicht mehr lohnte. „Nach der zweijährigen Krise hat sich die Milchmenge in der EU reduziert“, bestätigt Fritz. Die Verknappung führe zu den gestiegenen Preisen.

Aber nicht nur das Angebot ist zurückgegangen, auch die Nachfrage nach Butter ist wieder gestiegen. Johann Knabbe, Kreislandwirt im Landkreis Stade, spürt den Trend zurück zu mehr Natürlichkeit: „Butter ist ein exzellentes Produkt, naturnäher als Margarine.“

Interessant dürfte es sein, ob die Verbraucher die Preis-Entwicklung mitmachen. Solveig Hannemann, Pressereferentin bei der Bela-Handelsgesellschaft, zu der u.a. Famila gehört, spricht bereits von leichten Absatz-Rückgängen beim Stück Butter.

Allerdings verzeichne man ein Plus bei sogenannten Mischfett-Produkten - Erzeugnisse, die aus einem Mix aus pflanzlichen und tierischen Fetten bestehen.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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