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10 Jahre BesE: "Ein Puffer zwischen den Fronten"

Andrea Lange-Reichhardt mit dem handschriftlichen Zettel, auf dem das erste BesE-Konzept vor zehn Jahren zusammengefasst war Fotos: tk
 
Birgit Klostermann
BesE feiert zehnjähriges Bestehen: Hilfe für Kinder, die in der Schule auffallen

tk. Buxtehude. Vor zehn Jahren hatten das Jugendamt des Landkreises Stade, das Buxtehuder Jugendamt und die Landesschulbehörde ein gemeinsames Ziel: Kinder und Jugendliche, die große Probleme in der Schule haben, sich mit Lernverweigerung, Aggression oder anderen Verhaltensauffälligkeiten zum Störfaktor entwickeln, sollen möglichst weiter in ihrer Schule bleiben können. Daher wurde BesE gegründet, das Beratungszentrum für emotionale und soziale Entwicklung. Am Dienstag wurde das zehnjährige Bestehen mit einem Empfang im Buxtehuder Rathaus gefeiert. Alle Rednerinnen und Redner lobten BesE als "echte Erfolgsgeschichte".

Andrea Lange-Reichardt, Fachgruppenleiterin Jugend und Familie in Buxtehude, die schon beim Start dabei war, erinnert an den Anfang: "Es war der konkrete Fall eines schwierigen Kindes in einer Buxtehuder Grundschule, der uns zum Nachdenken gebracht hat." Aus der Frage, wie diesem Jungen geholfen werden kann, entwickelten sich Ideen und schließlich Konzepte, die in der BesE-Gründung mündeten. Was komplett neu war: Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und Vertreter von Jugendämtern und Landesschulbehörde gründeten fach- und amtsübergreifend eine Beratungs-und Hilfseinheit. "Diese Form der Zusammenarbeit war damals keine Selbstverständlichkeit", sagte Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt. Dieser ganzheitliche Ansatz sei neu gewesen. "Heute haben wir Grund zu feiern", lobte sie die Erfolge von BesE. 

Axel Keusemann von der Landesschulbehörde hob hervor, dass BesE niedrigschwellig arbeite. Und er erinnerte daran, dass Inklusion, also auch die Integration von verhaltensauffälligen Kindern, Aufgabe einer ganzen Schule sei und nicht allein auf den Schultern des BesE-Teams abgeladen werden könne.

Birgit Klostermann, die zum BesE-Leitungsteam gehört und von Anfang an dabei ist, berichtete aus dem Arbeitsalltag: Im Jahr werden durchschnittlich 450 bis 500 Schülerinnen und Schüler betreut. Daraus münden jährlich rund 100 Fälle intensiver Einzelbetreuung. Das reiche von Gesprächen mit Lehrern, Eltern und den betroffenen Kindern bis hin zu gemeinsamen Runden. "Wir sind ein Puffer zwischen den Fronten", beschrieb sie das Selbstverständnis ihrer Kolleginnen und Kollegen. BesE-Teams gibt es in Buxtehude, Stade, Harsefeld und Kehdingen. Zehn Jahre Bestehen seien ein guter Anlass, um nicht nur zurück, sondern auch nach vorne zu blicken und die bisherige Arbeit zu reflektieren.

Kreissozialdezernentin Susanne Brahmst kündigte etwa an, dass eine vergleichbare Arbeit schon früher einsetzen müsse - nämlich bereits im Kindergarten. Das stehe im Landkreis Stade kurz vor der praktischen Umsetzung. Mit einem Team von 14 Menschen stoße BesE zudem an seine Grenzen, sagte Jens Schreiber, Leiter des Landkreis-Jugendamtes. Es sei daher wichtig, über neue Konzepte und Ideen nachzudenken. Einiges, was anderswo gut funktioniere, könne BesE für sich in Zukunft gut nutzen. An guten Ideen mangele es dabei nicht, sagte Schreiber.