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Auf einer alten Obstplantage entsteht ein Jagdgebiet für den Uhu

Sie treiben das Projekt voran: Mitglieder von NABU und Mitarbeiter der Stadtwerke auf der ehemaligen Obstplantage, die jetzt ein Nahrungshabitat für den Uhu wird. Foto: tk
Projekt von Stadtwerken und NABU als Ausgleich für Windradbau

tk. Buxtehude. Es sind keine Umweltfrevler, die auf der ehemaligen Obstplantage gegenüber vom Estering vor den Toren Buxtehudes mit Motor- und Handsäge sowie einer Stubbenfräse ans Werk gehen. Auf dem fünf Hektar großen Gelände, das den Stadtwerken Buxtehude gehört, entsteht ein Nahrungshabitat für den Uhu. Die Federführung bei der Planung hat der NABU. Dass dieses verwilderte Grundstück jetzt beackert und ökologisch aufgewertet wird, ist Bestandteil der Vereinbarung zwischen Stadtwerken, NABU und der BI Daensen, die vor zwei Jahren ihre Proteste gegen den Bau von zwei Windrädern am Ortsrand von Daensen zurückgezogen hatten. Zusicherung der Stadtwerke damals: Für den Uhu, der im Bereich der Windräder jagt, werden Ausgleichsflächen geschaffen.

Dr. Maren Meyer-Grünefeld, Leiterin der "NABU-Umweltpyramide" in Bremervörde, erklärt, warum einige Bäume und Sträucher weichen müssen. "Der Uhu jagt in einem tiefen Gleitflug." Er brauche daher sowohl offenes Land als auch Baumbestand. Der NABU belässt es aber nicht bei Fällaktionen. Im Frühjahr wird auf dem Gelände neu ausgesät. Es handele sich ausschließlich um heimische Arten, die für Vielfalt im Biotop sorgen. Das wiederum habe zur Folge, dass sich Beutetiere für den Uhu, etwa Mäuse und Kaninchen, ansiedeln.
Am Wochenende haben Mitglieder der Stader NABU-Kreisgruppe angepackt. Wolfgang Ebbinghaus, Zweiter Vorsitzender: "Das bleibt für uns und andere Ehrenamtliche eine Daueraufgabe." Der NABU wird die Flächen weiter betreuen. Am Wochenende wurden aus Baum-und Strauchschnitt Benjeshecken aufgeschichtet, die vielen Arten Schutz- und Wohnraum bieten. 

Meyer-Grünefeld warnt vor allzu schnellen Erfolgserwartungen. "Bis der Uhu wirklich kommt, kann es durchaus ein paar Jahre dauern." Aber auch andere Greifvögel, wie der Bussard, würden sich über das neue Ökoparadies freuen.

Eckhard Dittmer von den Stadtwerken lobt die Zusammenarbeit mit dem NABU und den Fortgang des gemeinsamen Projektes. Erfreulicher Nebeneffekt für die Stadtwerke: Ein Imker hat auf der Fläche im Auftrag des Energieversorgers Bienenkörbe stehen. Der "Stadtwerke-Honig" wird durch die größere Blühvielfalt leckerer schmecken.