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Buxtehuder Vereine (fast) nur in Männerhand

Susanne von Arciszewski ist die amtierende Präsidentin des TSV Buxtehude-Altkloster Fotos: archiv
Warum sind so wenige Frauen in Vereins-Führungspositionen?

tk. Buxtehude. Buxtehuder Vereine sind offenbar fest in Männerhand. Frauen als Vereinsvorsitzende oder Präsidentinnen? Weitgehend Fehlanzeige. Das WOCHENBLATT hat dieses Thema bei einer Recherche für das Buxtehude Magazin aufgetan. Wir haben Vereinsvorsitzende für einen Bericht über Ehrenamtliche gesucht. "Wer fällt Dir noch ein?", wollte die Kollegin wissen. Wir sind beim gemeinsamen Grübeln genau auf zwei Frauen gekommen, die große Vereine führen. Susanne von Arciszewski als Präsidentin des TSV Buxtehude-Altkloster und Dr. Nina Freudenthal als Vorsitzende des Bürgervereins Altkloster. Mit beiden hat die Redaktion gesprochen: Warum sind so wenige Buxtehuder Vereine in Frauenhand?

"Wenn wir uns in der Arbeitsgemeinschaft der Buxtehuder Sportvereine treffen, bin ich die einzige Frau in der Runde", stellt Susanne von Arciszewski fest. Für sie ist es normal, in Männerbastionen einzubrechen. Sie war unter 100 Maschinenbau-Studierenden die einzige Frau, sie hat bei Airbus als erste Frau in Finkenwerder eine Produktionshalle unter ihrer Führung gehabt.

Susanne von Arciszewski, die bei Airbus auch als Mentorin für Frauen aktiv war, vergleicht ihre Erfahrungen im Beruf mit denen aus der Vereinswelt. Frauen würden sich oft nicht das zutrauen, was sie ohne Probleme machen könnten. "Um es platt auszudrücken: Sie haben Schiss vor der eigenen Courage", sagt Arciszewski. Die Powerfrau an der Spitze des Sportvereins fügt hinzu: "Bisweilen muss man tough auftreten. Ein niedlicher Rehblick bringt nichts."

Durchsetzungsfähigkeit sei in der Tat notwendig, findet auch Nina Freudenthal, die Anwältin ist. "Die Vereinsmitglieder erwarten zu recht, das man durchsetzt, was beschlossen wurde." Die beiden Vereinsvorsitzenden nennen einen weiteren Grund, warum viele Frauen zwar aktive Mitglieder sind, aber selten Führungsposten im Vorstand anstreben: die Doppelbelastung von Beruf und Familie. Susanne von Arciszewski: "Die Frau ist noch immer der Dreh- und Angelpunkt in einer Familie." Neben Job, Haushalt und Kinderbetreuung fehle die Zeit für ein Ehrenamt. Nina Freudenthal schätzt, dass sie rund 20 Stunden im Monat für den Chefinnenposten im Bürgerverein braucht, der mit drei Frauen und drei Männern im Vorstand die Vereins-Gleichstellung zu einhundert Prozent vollzogen hat.

Altkloster muss in ganz Buxtehude übrigens das beste Pflaster für Frauen in Vereins-Führungspositionen sein. Bürgerverein und TSV haben beide in diesem Stadtteil ihre Heimat.

• Haben wir einen Verein in Buxtehude in Frauenhand übersehen? Wir freuen uns, wenn Sie uns schreiben, welchen Verein sie führen, warum Sie diesen Ehrenamtsjob machen und wo Probleme für Frauen in Vereinsführungspositionen liegen. Ihre Mail an tk@kreiszeitung.net.