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"Das Stadtarchiv ist für jedermann offen"

Eva Drechsler mit dem Nachlass der Buxtehuderin Christa Schorlepp: "Ein gutes Beispiel für den Aufbau eines neuen Lebens in Buxtehude nach der Flucht aus Westpreußen" Foto: tk
Die neue Stadtarchivarin will für "ihr Archiv" und dessen Nutzung begeistern

tk. Buxtehude. Eva Drechsler will für ihre Arbeit und ihre Arbeitsstätte begeistern. Seit einem halben Jahr leitet sie das Buxtehuder Stadtarchiv. Pflege, Aktualisierung und Konservierung des Bestands sind dabei eine wichtige Aufgabe. Es liegt der Archivarin und Historikerin zudem besonders am Herzen, das Stadtarchiv bekannter zu machen und Hemmschwellen abzubauen. "Das Stadtarchiv ist offen für jedermann", betont sie.
Sie hat daher bei "Hanse Ahoi" ebenso mitgemacht, wie sie sich am nächsten Wintermärchen beteiligen wird. Beim Fest im Hafen hatte sie zum Beispiel das Kramerbuch von 1959 dabei. Dort ist aufgelistet, was damals in der Hansestadt Buxtehude gehandelt wurde. Damals schon so exotische Dinge wie Feigen.
Auch wenn Eva Drechsel die öffentliche Werbung für das Archiv am Stavenort sehr wichtig ist, sind ihre Kernaufgaben derzeit andere. Sie stellt die Titel der Aktenbestände in die Datenbank "Arcinsys" ein. Jeder Nutzer kann damit im Internet recherchieren, zu welchen Themen welche Akten in Buxtehude vorhanden sind. "Und kann sogar online die Akten bestellen", lobt Drechsler den komfortablen Service für Forscher. Diese Arbeit ist wichtig, um die Bestände einem mögliichst großen Nutzerkreis zugänglich zu machen.
Ein Bereich ihrer Arbeit findet zudem im Stadthaus statt. Welche der dort gesammelten Akten sollen für die Nachwelt erhalten werden, wie werden digitale Aktensysteme so aufgestellt, dass Wichtiges archiviert und Unnützes irgendwann gelöscht wird. "Meine Arbeit soll die Verwaltung entlasten und unterstützen", sagt die Stadtarchivarin.
Weil Eva Drechsler Teil der Stadtverwaltung ist, bereitet sie zur Zeit auch ihren Part für die anstehenden Haushaltsberatungen vor. "Die Akten der Hexenprozesse müssten restauriert werden", sagt Eva Drechsler. Sie ermittelt dafür die Kosten und die Politik wird darüber beraten.
Und manchmal erlebt Eva Drechseler kleine, schöne Überraschungen. So wie der Koffer aus Kunstleder, der den schriftlichen Nachlass  der verstorbenen Buxtehuderin Christa Schorlepp enthalt. "Ein gutes Beispiel von Flucht aus Westpreußen und dem Aufbau eines neuen Lebens in Buxtehude", sagt die Stadtarchivarin. Oder die Chronik des Kegelvereins "Drei Dicke von 1905", die dem Archiv jüngst überreicht wurde. "Eine liebevoll gemachte Chronik, die einen guten Einblick ins Buxtehuder Vereinsleben ermöglicht", freut sich Eva Drechsler. 
Welche spannenden Einblicke die Historikerin beim Erschließen und Verpacken alter Urkundenbestände demnächst erlangt, bleibt abzuwarten. Das Erforschen der Buxtehuder Stadtgeschichte gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben. "Auch wenn zur Zeit noch anderes Vorrang hat." Staubtrocken, das vermittelt Eva Drechseler anschaulich jedem Besucher, ist die Arbeit im Stadtarchiv überhaupt nicht.