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Deicherhöhung an der Elbe ist ein Generationenprojekt

Noch besserer Schutz: Die Deich werden in den kommenden 20 Jahren um einen Meter erhöht Fotos: tk
Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts: "Die Aufstockung der Elbdeiche dauert 20 Jahre" / 50 Zentimeter Meeresspiegel-Anstieg erwartet

tk. Landkreis. Jede zweite Generation müsse die Deich erhöhen, sagt Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts vom Deichverband der II. Meilen Alten Landes. Die Generation, die jetzt am Ruder ist, hat diese Aufgabe. Die Deiche an der Elbe müssen um rund einen Meter erhöht werden. Eine Aufgabe, die ein Mega-Projekt ist. "Das wird insgesamt 20 Jahre in Anspruch nehmen", sagt Ulferts. Die Vorplanungen für den ersten Bauabschnitt auf einer Länge von rund zwei Kilometern von der Landesgrenze zu Hamburg bis etwa Höhe Hahnöfersand haben bereits begonnen.

Dass alle Deiche im Norden höher werden müssen, ist altbekannt. Was neu ist: Die Bundesländer Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich jetzt endlich darauf geeinigt, um wieviel der Meeresspiegel vermutlich ansteigen wird. Ergebnis: 50 Zentimeter. Eine gemeinsame Bemessungsgrundlage ist wichtig, denn es wäre nicht sinnvoll, wenn jedes Bundesland mit eigenen Werten und daraus abgeleitet unterschiedlichen Deichhöhen (die sogenannte Bestickhöhe) arbeiten würde. Die Berechnungen seien, so Ulferts, umfassend. Die Erhöhung des Meeresspiegels als Folge des Klimawandels sei ebenso berücksichtigt wie Windrichtungen und Wellenschlag.

Was für die Deich-Planer eine Herausforderung ist: Wird das Bollwerk höher, muss es auch breiter werden. Wenn die Elbdeiche um einen Meter aufgestockt werden, müssen sie rund sieben Meter breiter werden, so Ulferts. Dabei gibt es auch einige Stellen, bei denen es schwierig wird, das umzusetzen, wenn Radweg, Straße und Häuser in unmittelbarer Nähe sind. "Ich bin überzeugt, dass wir in allen Fällen eine Lösung finden", sagt der Oberdeichrichter.

Und schließlich spielen auch Naturschutzaspekte eine Rolle. "In die Auwälder am Elbufer dürfen wir keinen Fuß hineinsetzen", so Ulferts.

Jetzt geht es zuerst darum, für den ersten Bauabschnitt eine Deichlinie zu finden und mit Hamburg - die Nachbarn sind schon weiter - abzustimmen. Geld für die erste, konkrete Planung steht zur Verfügung, hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) bei einem Treffen mit den Deichverbänden jüngst mitgeteilt.