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Der stellvertretende HPS-Schulleiter Wolfgang Gutsfeld geht: Der Lehrer als Schulmanager

Rückblick auf 33 Jahre an der Halepaghenschule: Wolfgang Gutsfeld Foto: tk
Wolfgang Gutsfeld, stellvertretender Leiter der Halepaghenschule, geht in den Ruhestand

tk. Buxtehude. Als Wolfgang Gutsfeld zum ersten Mal nach Buxtehude kam, um sich als Feuerwehrlehrkraft an der Halepaghenschule vorzustellen, war er überzeugt: "Ich bin schnell wieder weg." Die Innenstadt war eine Baustelle und dass er damals noch Raucher war, kam beim Schulleiter gar nicht gut an. Aus einer Stippvisite an der Este sind 33 Jahre geworden. Zum Schuljahresende wird der stellvertetende Schulleiter in den Ruhestand verabschiedet. "Die Arbeit hier hat mir immer Spaß gemacht. Es war eine bewusste Entscheidung, so lange zu bleiben", blickt Gutsfeld zurück.

Wer mit ihm über mehr als drei Jahrzehnte Arbeit als Lehrer und in der Schulverwaltung spricht, unternimmt einen Streifzug durch die Bildungsgeschichte des Landes. In Wolfenbüttel, dort absolvierte Wolfgang Gutsfeld sein Referendariat, herrschte noch ein anderer Geist als in Buxtehude. "Die Stühle mit Armlehnen im Lehrerzimmer waren den Studiendirektoren vorbehalten. Die Referendare wurden nur am Nebentisch geduldet." An der Halepaghenschule habe schon damals ein anderer Wind geweht. "Das Element der Mitbestimmung war sehr stark", so Gutsfeld. Dass ein Miteinander von Lehrern, Schulleitung, Eltern und Schüler auch bei wichtigen Entscheidungen bis heute Leitbild sei, "ist gut für den Schulfrieden".

Der Lehrer für Geschichte, Deutsch, Politik sowie Arbeit und Wirtschaft, hat in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Wellen der Schulreformen miterlebt, wie den aktuellen Wechsel von G8 zurück zu G9. Gutsfelds Fazit: "Ein Lehrer, der auch in der Schulleitung arbeitet, wird immer mehr zum Schul- und Bildungsmanager." So habe beispielsweise die eigenverantwortliche Schule vieles mit sich gebracht, worauf Lehrer nicht durch ihr Studium vorbereitet seien. Kenntnisse in Vertrags- und Personalrecht sowie Haushalts- und Budgetverantwortung seien unabdingbare Voraussetzungen, um eine Schule verantwortungsvoll zu führen. Weil der Verwaltungsaufwand ständig gewachsen sei, plädiert Gutsfeld dafür, Schulleitungen grundsätzlich von der Unterrichtsverpflichtung zu befreien.
Was sich in der langen Zeit als Lehrer ebenfalls deutlich verändert hat: "Schule muss heute verlässlich sein." An einem Gymnasium auch für die fünften und sechsten Klassen. Wenn beide Eltern arbeiten, müssten die sich darauf verlassen können, dass ihr Kind nicht nach der vierten Stunde nach Hause kommen, wenn sechs Stunden angesagt seien. 

Als Deutschlehrer hat Wolfgang Gutsfeld beobachtet, dass sich die schriftsprachliche Kompetenz der Schülerinnen und Schüler durch SMS, WhatsApp und Co. verändert habe, auch das Freizeitverhalten ein anderes geworden sei. Doch eines sei gleich geblieben: "Die Schüler sind und bleiben neugierig und wissbegierig und sie wollen ihren Lebensweg eigenverantwortlich gestalten." Dass die Digitalisierung in der Schule voranschreite, findet der stellvertretende Schulleiter übrigens richtig. "Wenn das mit Augenmaß und guter Planung geschieht." 

Ob mit 65 Jahren für ihn der Lehrerberuf endgültig vorbei ist? "Eigentlich schon", meint Wolfgang Gutsfeld. Allerdings habe der Lehrermangel auch an der Halepaghenschule schon dazu geführt, dass pensionierte Kolleginnen und Kollegen für einige Stunden an ihre alte Wirkungsstätte zurückgeholt wurden.