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Ganz allein im Riesenbus nach Hedendorf

Es gibt nur wenige reguläre Fahrten der Linie 2103 Foto: tk
Hedendorferin kritisiert Regeln für den Rufbus der Linie 2103 / Liebe Leser: Was sind Ihre Erfahrungen?

tk. Hedendorf. Im Gespräch mit dem WOCHENBLATT schildert eine Hedendorferin* folgendes Erlebnis, dass sie nachdenklich machte: "Ich saß alleine im großen Gelenkbus der Linie 2103, um vom ZOB in Buxtehude nach Hedendorf zu fahren. Und der Bus hielt auch nicht an, um andere Fahrgäste an den Haltestellen mitzunehmen. Die Begründung des Busfahrers: Sie hätten sich für diesen Rufbus nicht angemeldet, so wie ich es getan hatte. Ich finde das eine unglaubliche Verschwendung von Ressourcen."

Sie befürchtet zudem, dass die Fahrten einer wenig genutzten Buslinie bei einer Auswertung der Fahrgastzahlen noch weiter reduziert werden. Dabei sei die geringe Anzahl der Fahrgäste nur die negative Konsequenz aus der Reform des Buxtehuder ÖPNV. Die Hedendorfer Linie sei vorher besser genutzt worden. Ihr Hauptkritikpunkt: Neben wenigen regulären Fahrten verkehrt die Linie 2103 nur als Rufbus und muss 45 Minuten vor Fahrtantritt telefonisch bestellt werden. "Das macht kaum jemand", sagt die Hedendorferin.
Als das gesamte Buxtehuder Bussystem vor anderthalb Jahren verändert wurde - darunter auch die Umwandlung der Hedendorf-Linie in einen Rufbus - hat es einen Aufschrei des Protestes unter den Fahrgästen gegeben. Die Proteste sind verstummt. Sind alle Probleme beseitigt worden?

Die Hedendorferin widerspricht. "Die Menschen haben andere Wege gefunden." Sie kennt Personen, bei denen statt OPNV jetzt wieder das Auto zum Einsatz kommt - "das ist doch das Gegenteil dessen, was eigentlich erreicht werden soll".
Um überhaupt die 2103 nutzen zu können, ist ein sehr intensiver Blick auf den Fahrplan notwendig. Sowohl das "#"-Zeichen als auch die Abkürzung "RB" steht für Rufbus. Wer nicht zu Hause online mögliche Abfahrten recherchiert, die Nummer zum Anfordern des Rufbusses und ein Handy dabei hat, kommt nicht nach Hause.

KVG-Sprecher Oliver Blau erklärt: "Für den Rufbusverkehr nutzen wir unsere üblichen, großen Fahrzeuge. Diese waren vorher auf anderen Linien unterwegs, evtl. als Schulbus im Einsatz. Für den Rufbus extra kleinere Fahrzeuge bereitzuhalten, ist wirtschaftlich nicht vertretbar." Wieso der Bus keine anderen Passagiere mitnimmt, die nicht angerufen haben, will der KVG-Sprecher klären. Bis Redaktionsschluss gab es noch keine Antwort.
Über die Linie 2130 haben sich auch andere Leser beim WOCHENBLATT beklagt. Zum Beispiel über die schlechte Anbindung an Züge für Pendler. Was stört Sie am jetzigen ÖPNV? Schicken Sie uns eine Mail an thomas.kreib@kreiszeitung.net. 
* Name der Redaktion bekannt.