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"Hörnchen haben gute Vorräte angelegt"

Wegen des trockenen Sommers haben viele Eichhörnchen-Muttertiere ihre Babys zurückgelassen. "Wärme und Ruhe sind für diese Fundtiere das Wichtigste", sagt Elena Becker (Foto: Elena Becker)
 
Bei Fundtieren Experten kontaktieren (Foto: Elena Becker)

Trotz trockenem Sommer: Eichhörnchen haben für den Winter genug Futter / Bei Fundtieren Eichhörnchen-Nothilfe kontaktieren

(ab).
Die Frage beschäftigt die Menschen auch hier in unserer Region: Haben die Eichhörnchen für den kommenden Winter genug Futter? Die Bedenken sind groß: Der Sommer war sehr lang, heiß und trocken. Zwar liegen sehr viele Früchte wie Eicheln herum, aber die meisten sollen hohl sein. Wie sieht es aus für die kleinen Wildtiere, wenn der Winter hart und kalt wird?

"Es ist alles nicht so dramatisch", sagt Elena Becker vom Eichhörnchen-Notruf (www. eichhoernchen-notruf.com). "Die Eichhörnchen konnten sich schon einen guten Vorrat für die kalten Tage anlegen." Manche Bäume seien leer, andere aber trügen so viele Früchte wie selten zuvor.

Der Eichhörnchen-Notruf mit Hauptsitz in Berlin agiert bundesweit und ist auch für die Landkreise Stade und Harburg zuständig. "Wenn jemand ein verletztes Eichhörnchen oder Jungtiere findet, sind wir erste Ansprechpartner", erklärt Elena Becker, die studierte Tierärztin ist und damit prädestiniert für den ehrenamtlichen Job. Gemeinsam mit ihren Kollegen  - ebenfalls alle ehrenamtlich tätig - hat sie ein deutschlandweites Netzwerk aufgebaut. Meldet sich jemand wegen eines Fundtiers beim Notruf, funken die Mitarbeiter die nahe gelegenste Außenstelle an, die sich wiederum beim Finder meldet und erste Tipps gibt.

Was für die Tiere im heißen Sommer besonders schlimm gewesen sei, war der Wassermangel. "Es gab keine Pfützen und keine Regentropfen auf Blättern, das war für die Hörnchen schon problematisch", sagt die Expertin. Mit lebensbedrohlichen Folgen für den Nachwuchs, denn: "Dadurch haben viele erwachsene Hörnchen ihre Nester, die Koben verlassen, und ihren Nachwuchs zurückgelassen." Denn wenn es hart auf hart komme, würden die Muttertiere flüchten. "Wir hatten sehr viel zu tun, da ist der Nebenjob fast zum Hauptjob geworden."

Im Moment hat Elena Becker fünf Hörnchen in der Auswilderung und sechs weitere "Halbstarke" zu Hause in Pflege. Es gebe schon viele Menschen, die sich für hilfebedürftige Eichhörnchen engagierten, diese teilweise hundert Kilometer weit zur nächsten Hilfestelle bringen würden. Was Elena Becker aber bemängelt, ist Untätigkeit: "Ich höre oft, dass die Natur es schon regeln würde, wenn verletzte Tiere gefunden werden. Aber wir greifen so oft in Abläufe der Natur ein, da können wir es für Tiere in Not erst recht tun."

Auch das Argument, Fundtiere könnten Tollwut haben, räumt sie aus: "Deutschland gilt seit zehn Jahren als tollwutfrei, davor braucht sich niemand zu fürchten."
Übrigens: Dass die kleinen Wildtiere, wie von einigen Experten behauptet, Eicheln fressen, sei nicht richtig, sagt Elena Becker. "Die Eicheln enthalten Gerbsäuren und die vertragen die Hörnchen nicht."



Erster HIlfe für Hörnchen
Am wichtigsten für kleine Hörnchen sind Wärme und Ruhe, denn gerade die Kleinen seien oft unterkühlt, sagt Elena Becker. Anschließend sollte sofort die bundesweit gültige Eichhörnchen-Notrufnummer 0700 - 20020012 gewählt werden. "Dort bekommen die Finder weitere Tipps und Ansprechpartner aus ihrer Umgebung melden sich bei ihnen."

Tiere seien oft dehydriert, da helfe eine Mischung aus Fencheltee mit etwas Honig und einer kleinen Prise Zucker. Aber Vorsicht bei der Gabe! "Die Menschen meinen es gut, doch wer noch nie einem kleinen Tier mit einer Spritze Flüssigkeit verabreicht hat, muss sehr aufpassen: Wenn zu schnell zu viel verabreicht wird, kann sich das Tier verschlucken und das könnte das Todesurteil sein."