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Mäusebussarde wurden vergiftet

Tiere hatten illegales Pflanzengift im Magen

(bc). Das Rätsel ist gelöst. Die acht toten Mäusebussarde, die im März zwischen Himmelpforten und Großenwörden gefunden worden sind, sind nach Angaben der Landkreis-Verwaltung an einem seit Langem verbotenen Pflanzenschutzgift gestorben. Das Kreis-Veterinäramt hatte eine Untersuchung der toten Tiere beauftragt. Die Kreisverwaltung will nun Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft erstatten.

Zur Erinnerung: Nachdem Vertreter des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) Anfang März einige verendete Bussarde gemeldet hatten, fand kurz darauf ein Mitarbeiter des Naturschutzamtes drei weitere tote Bussarde und in unmittelbarer Nähe eine tote Ratte - nur rund drei Kilometer vom ersten Fundort entfernt. Die Ratte könnte als Giftköder präpariert worden sein.

Alle Tiere wurden an das zuständige Untersuchungslabor des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gegeben. Schnell konnte die Vogelgrippe als Todesursache ausgeschlossen werden. Die toxikologischen Untersuchungen nahmen jedoch einige Zeit mehr in Anspruch, bis jetzt das Ergebnis vorliegt: Alle Tiere hatten den Wirkstoff Parathion-Ethyl in ihren Mägen.

Kreissprecher Christian Schmidt: "Besser bekannt ist der Wirkstoff u.a. unter dem früheren Handelsnamen E 605." Solche Produkte seien bereits seit 2002 verboten und dürfen weder verkauft noch verwendet werden, so Schmidt. Über mögliche Täter könne bislang nur spekuliert werden.

• Das Pflanzenschutzmittel E 605 wird im Volksmund auch „Schwiegermuttergift“ genannt, da das Insektizid für viele bekannt gewordene Suizide und Morde missbraucht wurde.