Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Paukenschlag: Die Buxtehuder Fachbereichsleiterin Sophie Fredenhagen wurde entlassen

Ein Bild aus der Vergangenheit: Sophie Fredenhagen (li.) während einer Ratssitzung mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Verwaltungsführung Foto: tk
Einstimmige Entscheidung im Verwaltungsausschuss: Fachbereichsleiterin muss gehen

tk. Buxtehude. "Ich traue mir zu, verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen", hatte Sophie Fredenhagen vor gut drei Wochen im WOCHENBLATT erklärt. Damals war bekannt geworden, dass sich die Fachbereichsleiterin für Soziales, Familien, Jugend und Senioren auf den vakanten Posten des Harburger Bezirksamtschefs beworben hatte. Zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung war Sophie Fredenhagen erst seit wenigen Wochen in der Estestadt im Dienst. Um Vertrauen muss sie in Buxtehude jetzt nicht mehr werben. Der nicht-öffentlich tagende Verwaltungsausschuss (VA) hat sie drei Tage vor dem Ende ihrer Probezeit am Samstag entlassen. Der Grund: Weil die Wahl des Bezirksamtschefs in Harburg auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wurde, will Buxtehude eine Hängepartie mit einer Chefin auf dem Absprung in diesem wichtigen Fachbereich vermeiden.

Der Entschluss im VA ist nach WOCHENBLATT-Informationen nach einer sehr intensiven Diskussion einstimmig gefallen. Sophie Fredenhagen wurde nicht mehr persönlich angehört. Nach Aussagen von VA-Mitgliedern haben Politik und Verwaltungsführung übereinstimmend keine Alternative zum Rauswurf gesehen. Es wird vermutet, dass Sophie Fredenhagen, die zuvor das Jugendamt im Bezirk Harburg geleitet hatte, am Tag ihres Dienstantritts in Buxtehude schon beschlossen hatte, dass sie sich auf den freien Spitzenjob bewerben wird. Das nehmen ihr einige Politiker übel.

Die Gräben sollen unüberbrückbar tief sein. Der Fachbereichsleiterin wird angekreidet, dass sie mit wenig innerer Begeisterung ihren wichtigen Job - auch als Teil der Verwaltungsführung - gemacht habe. "Es kam in den ersten Monaten einfach zu wenig", sagt ein Teilnehmer der VA-Sitzung. Hinzu käme, dass auch das Vertrauensverhältnis zu einigen Mitarbeitern Fredenhagens angekratzt sein soll. Die hätten erst aus der Zeitung erfahren, dass ihre Chefin weg will. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt ist von Sophie Fredenhagen im April über ihre Harburger Pläne informiert worden. Nach WOCHENBLATT-Informationen soll die Fachbereichsleiterin auch innerhalb der Verwaltungsführung für ihre Arbeit und zu wenig Einsatz in den Ausschüssen kritisiert worden sein. Dass diese Kritik diskret und intern erfolgt sei, wurde von der Politik gelobt.
"Menschlich ist das eine harte Nummer", sagt ein VA-Mitglied über die Personalentscheidung. Sophie Fredenhagen ist keine Beamtin, sondern Angestellte. Im schlimmsten Fall wäre sie arbeitslos, wenn Harburg nicht doch noch für sie als Bezirksamtschefin votiert.

Wie es jetzt weitergeht, wird nach der Sommerpause entschieden. Vorübergehend übernimmt Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, die den Fachbereich selbst jahrelang geführt hat, wieder die Leitung. Ob es erneut eine Ausschreibung gibt oder die Stelle intern besetzt wird, ist derzeit offen.

Es wird geprüft, ob der Headhunter, der Sophie Fredenhagen vorgeschlagen hatte, noch in der Pflicht steht, eine Alternative zu präsentieren, ohne dass Kosten für die Stadt entstehen. Es gibt in dem Vertrag offenbar einen Passus, der aussagen soll, dass der Personaldienstleister dazu verpflichtet ist, wenn der Vertrag vor dem Ende der Probezeit gekündigt wird. Für die Personalsuche hatte die Stadt im vergangenen Jahr rund 30.000 Euro bezahlt.

Sophie Fredenhagen hat offiziell Urlaub und wird nicht mehr an ihren Schreibtisch im Stadthaus zurückkehren. In Harburg ist die Wahl des Bezirksamtschefs Anfang der vergangenen Woche von der Tagesordnung genommen worden. Die Harburger GroKo konnte sich nicht einigen. Die SPD favorisiert die parteilose Sophie Fredenhagen, die CDU lehnt sie ab. Polit-Insider mit einem guten Draht nach Hamburg gehen derzeit davon aus, dass es die ehemalige Buxtehuder Fachbereichsleterin dennoch auf den Posten in Harburg schaffen könnte.