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Schröderstraße 9 in Buxtehude: Druck auf Mieter

Auf Bewohner, die ihre Mieter nicht an Sven Basner überweisen, wird Druck ausgeübt Fotos: tk
 
Ausriss aus dem Grundbuch: Auf dem Hochhaus lastet eien Grundschuld von 500.000 Euro
Nach Pfändung der Miete durch die Stadt: Kautionen werden einbehalten und mit dem Austausch der Schlösser gedroht

tk. Buxtehude. Die Mieter im Skandal-Hochhaus Schröderstraße 9 in Buxtehude kommen nicht zur Ruhe. Nach Informationen, die dem WOCHENBLATT vorliegen, wurden einige der Bewohner aufgefordert, ihre Mieten nicht mehr an den abgetauchten Immobilienbesitzer Sven Basner zu zahlen, sondern auf ein Konto der Stadt Buxtehude zu überweisen, weil der Mietzins zumindest in einigen Fällen gepfändet wird. Das hat nach Auskunft eines Insiders zur Folge, dass enormer Druck mit Drohungen auf die Bewohner ausgeübt wird. Wer nicht an Basner zahle, müsse damit rechnen, dass die Schlösser ausgetauscht und die Möbel rausgeräumt werden.

Wer mit der Schröderstraße 9 zu tun hat, will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen - aus Sorge vor Stress mit Basners Handlangern. Daher nennt das WOCHENBLATT auch keine Namen, die der Redak-tion aber allesamt bekannt sind.

Der Druck, der jetzt auf die Mieter ausgeübt wird, dürfte erst der Anfang sein. Die Geldforderungen an Basner werden sich bald summieren. Hintergrund: Die Stadt hatte im vergangenen Jahr rund 100.000 Euro in den Brandschutz des teils maroden Gebäudes mit 78 Wohnungen investiert (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach).

Weil Basner und seine Immobiliengesellschaft nicht mehr erreichbar sind, kam der Hamburger Immobilienspekulant weder der Aufforderung zur Sanierung nach, noch reagierte er auf die Rechnungen, die er zahlen muss, nachdem die Stadt die Aufträge erteilt hatte. Daher stellt die Stadt Buxtehude die Post an Basner einmal mehr öffentlich zu. Das heißt: Nach Ablauf  einer kurzen Frist gilt die Post - in diesem Fall die Rechnung für die Brandschutzsanierung - rechtlich als zugestellt.

Die Buxtehuder Stadtverwaltung hatte im vergangenen Jahr angekündigt, sich die 100.000 Euro auf jeden Fall zurückzuholen. Das kann dadurch erfolgen, dass die Mieten kassiert werden oder im extremsten Fall dadurch, dass das Hochhaus unter externe Zwangsverwaltung gestellt wird. Das wiederum könnte final in einem Zwangsversteigerungstermin vor dem Amtsgericht Buxtehude münden.

Wobei Sven Basner, der nach Spanien abgetaucht sein soll, offenbar für diesen Schritt Vorkehrungen getroffen hat. Am 27. April 2017 hat er eine Grundschuld von 500.000 Euro auf die Immobilie eintragen lassen. Das heißt, er hat sich selbst als Schuldner eintragen lassen. Was bedeutet, dass anderere Ansprüche erst nachrangig befriedigt werden dürften.
Insider weisen auf einen interessanten zeitlichen Zusammenhang hin: Im April hat Basner die Grundschuld eintragen lassen, wenige Tage später wurden alle Mieter in der Schröderstraße 9 informiert, dass sie ihre Zahlungen künftig auf ein Konto nach Spanien leisten müssen. "Das sieht nach planvoller Absicht aus", sagt ein Kenner der Probleme.
Und: Sven Basner sorgt nicht nur in Buxtehude für Unmut. Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Hamburg sind dort mehrere Anzeigen eingegangen. Einige Verfahren seien eingestellt, andere noch nicht beendet worden. Auch dort macht Basner als Vermieter unrühmlich von sich reden.

Egal ob Hamburg, Buxtehude oder anderswo: Das Muster ist jedes Mal ähnlich. So lange wie möglich so viel Geld wie möglich aus der Immobilie herausquetschen. Insider schätzen, dass die monatlichen Mieteinnahmen der Schröderstraße bei rund 60.000 Euro liegen sollen. Zum Abkassieren gehört mittlerweile offenbar auch, dass Kautionen nicht mehr zurückgezahlt werden. Dem WOCHENBLATT sind mittlerweile mehrere Fälle bekannt, in denen 1.000 Euro Kaution einbehalten werden. Ein netter Zusatzverdienst, denn die Mieter haben kaum eine Chance, an ihr Geld zu kommen. Selbst Anwälte können Basner nicht erreichen und der Aufwand von öffentlicher Zustellung und Absicherung der Schulden über das Grundbuch lohnt sich bei 1.000 Euro kaum.
Eine Buxtehuderin, die sich um Menschen in der Schröderstraße 9 kümmert, stellt resigniert fest: "Wir können kaum noch etwas tun." Neben Druck und Abzocke haben diese Menschen häufig ein Pro-blem: Wer auf dem ohnehin überhitzten Wohnungsmarkt in der Estestadt eine neue Bleibe sucht, hat mit der Wohnanschrift Schröderstraße 9 so gut wie keine Chance.