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Sehr lange langsam laufen: Hans-Heinrich Peper aus Buxtehude bereitet sich auf Ultra-Lauf in Thüringen vor

Im Neukloster Forst läuft Hans-Heinrich Peper eine Trainingsstrecke mit vielen Anstiegen Foto: wd
"Am schwersten ist es, langsam genug zu laufen und die Mitstreiter vorbeiziehen zu lassen", sagt Hans-Heinrich Peper aus Buxtehude-Altkloster. Als Ultra-Läufer legt der Altklosteraner Strecken von mindestens 45 km, oft auch 100 und mehr Kilometer am Stück zurück. "Wer dabei zu schnell rennt und sich verausgabt, kommt nicht ans Ziel", sagt Peper. Sein Trick: Statt die Arme beim Laufen zum sogenannten Läuferdreieck anzuwinkeln, lässt er sie baumeln. "Das bremst die Geschwindigkeit."
Gelassen zu bleiben, nicht die Nerven zu verlieren, wenn man überholt wird, sei eine große Herausforderung, die sich aber aufs ganze Leben übertragen ließe. "Wer ruhig und besonnen seine Aufgaben erledigt, ohne sich hetzen zu lassen, erreicht mehr im Leben", so die Devise des dreifachen Familienvaters. Hans-Heinrich Peper wirkt tatsächlich entspannt und ausgeglichen, seine 61 Jahre sind ihm nicht anzusehen. "Mein Arzt bekommt mich sehr, sehr selten zu sehen", sagt er.
Auf die Idee, an 100-Kilometer-Läufen teilzunehmen, hat ihn der Ultraläufer Jörg König vor rund zwölf Jahren beim Altstadtlauf in Stade gebracht. "Mit deinem Laufstil bist du dafür bestens geeignet", war der erfahrene Sportler überzeugt. Zuvor hatte Peper bereits ein Gespräch über einen Lauf von 200 Kilometern mit angehört, bei ein Läufer zu dem anderen gesagt habe, dass nicht die Kilometer, sondern die Zeitvorgabe für ihn das Problem gewesen sei. "Das war mein Schlüsselerlebnis, aber damals habe ich noch gedacht, die ticken doch nicht ganz richtig", so Peper. Doch schon beim ersten Lauf in Ellerndorf über 60 Kilometer, zu dem ihn Jörg König mitnahm, kam er auf den Geschmack: "Die Teilnehmer wirkten alle entspannt, es wurde erst mal gemeinsam gefrühstückt und die Atmosphäre war sehr familiär", erinnert sich Peper. Seitdem nimmt der Altklosteraner regelmäßig an Ultra-Läufen teil.
Beim Laufen könne er wunderbar nachdenken, außerdem genieße er die Natur. "Wenn ich eine besonders schöne Blume sehe oder ein herrliches Bergpanorama, bleibe ich auch mal stehen, um den Anblick zu genießen", sagt er. "Ich bin ein Genussläufer." Sein aktuelles Ziel ist der Thüringen-Ultra-Lauf im kommenden Juli: 100 Kilometer mit 2.150 Höhenmeter durch die Berge. "Diesen Lauf habe ich schon dreimal mitgemacht, ein viertes Mal bin ich dort beim Zehn-Meilen-Lauf sogar 180 Kilometer gelaufen - es ist eine traumhaft schöne Strecke", freut sich Hans-Heinrich Peper schon auf die Veranstaltung. Dreimal wöchentlich trainiert er dafür im Neukloster Forst und steigert die Wochenkilometer regelmäßig. Zurzeit liegt er bei rund 50 Kilometer pro Woche. Auch der Bremer Bergmarathon, an dem er jetzt am 17. November teilnimmt, ist nur eine Trainingseinheit auf dem Weg zum Endziel. Die sportliche Herausforderung schreckt ihn nicht: "Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem der Lauf im Kopf entschieden wird", weiß er. "Und wenn nichts mehr läuft, muss man eben gehen, bis es wieder läuft."