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Zu teuer: Vorerst keine Kita-Container in Buxtehude

In Buxtehude fehlen Kita- und Krippenplätze. Eine Container-Interimslösung sollte Abhilfe schaffen Foto: Fotolia/Sergey Novikov
Ergebnisse der Ausschreibung liegen 87 Prozent über den Schätzpreisen

tk. Buxtehude. Das ist für die Eltern von Krippen- und Kita-Kindern in Buxtehude, die auf einen Betreuungsplatz warten, eine schlechte Nachricht: Die Ausschreibung für die Kita-Container, die neben dem Stieglitzhaus als Interimslösung errichtet werden sollten, wird aufgehoben. Grund: Die tatsächlichen Kosten, die die Containerbau-Firmen fordern, liegen exorbitant über den veranschlagten Summen. Die Mehrkosten betragen 87 Prozent!
Das ist der Hintergrund: In der Estestadt fehlen rund 100 Betreuungsplätze im Krippen- und Elementarbereich. Auf lange Sicht wird daher der Bau von neuen Einrichtungen notwendig. Um die größte Not abzumildern, und Eltern nicht auf Jahre zu vertrösten, sollte die Container-Kita Betreuung für 80 Kinder bieten. Eine notwendige Maßnahme, weil die Betreuung gesetzlich garantiert ist und fehlende Kita-Plätze nicht komplett mit der Betreuung durch Tageseltern ausgeglichen werden können.

Der Rat hatte, damit die Ausschreibung so schnell wie möglich über die Bühne geht, während einer Sondersitzung vor der Sommerpause das Projekt abgesegnet. Die Ausschreibung für Miete und Aufbau der Container wurde Anfang August veröffentlicht.
Jetzt die schlechte Nachricht, die in einer Vorlage der Verwaltung steht, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war: die Ausschreibung wird aufgehoben. Es lagen insgesamt drei Angebote vor. Selbst die günstigste Firma lag 220.500 Euro über den geschätzten Kosten für Miete und Aufbau. Allein der Aufbau der Container soll laut der Verwaltungsvorlage 167.000 Euro kosten. Die im Vorfeld der Ausschreibung ermittelten Preise fürs Errichten lagen dagegen bei knapp 30.000 Euro. Die Mehrkosten: satte 138.00 Euro.

Aufgrund dieser Preissteigerung muss die Ausschreibung aufgehoben werden. Was das konkret bedeutet, steht noch nicht fest. Offen ist zum Beispiel, ob die Politik für eine Wiederholung der Ausschreibung mehr Geld bereitstellt. Oder ob die Bauverwaltung versuchen soll, bei direkten Verhandlungen mit den Unternehmen ein besseres Angebot zu bekommen.

Ungeklärt ist ebenfalls, wann die erforderlichen Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. Die Container sollten Anfang 2019 bezugsfertig sein. Neben den wartenden Eltern gibt es ein weiteres Problem: Für die Container-Kita wurde bereits pädagogisches Personal eingestellt. Wo werden diese Erzieherinnen und sozialpädgogischen Assistentinnen jetzt arbeiten?
Mandy Nagel, als Fachgruppenleiterin für die Gebäudebewirtschaftung verantwortlich, erklärt auf WOCHENBLATT-Nachfrage, dass die Preise deutlich gestiegen seien, weil derzeit sehr viele Kommunen Kitas und auch Schulen in Containerbauweise errichten. Überall würden Kitaplätze fehlen und die Umstellung von G8 auf G9 an den Gymnasien in Niedersachsen produziere ebenfalls zusätzlichen Raumbedarf. Ein Insider erklärt dazu, dass die Preise für Mietcontainer derzeit explodieren. Ähnlich wie auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise. Weil der Bedarf nur kurzfristig nach oben schnelle - vor allem durch die Reformen beim Abi - versuchen die Unternehmen, möglichst hohe Preise durchzusetzen.
Fachgruppenleiterin Andrea Lange-Reichhardt, die für die Buxtehuder Kitas zuständig ist, bleibt dennoch entspannt. Einer der Gründe: Die tatsächliche Nachfrage nach Krippen- und Kitaplätzen liege aktuell unter den Zahlen vom Januar. Das mögliche Scheitern der Ausschreibung biete nun die Chance, eine andere und bessere Lösung zu finden. So sei im Vorfeld der Container-Ausschreibung auch über Gebäude in Holzrahmenbauweise diskutiert worden. Damals waren die noch teurer als die Containerlösung. Das dürfte jetzt anders aussehen.

Nach unbestätigten Angaben könnte es zudem eine schnelle vorübrgehende Lösung geben, die die Platznot vorübergehend löst: Der Lebenshilfe-Kindergarten im Stieglitzhaus soll in die Lebenshilfe-Einrichtung am Orchideenweg umziehen. Die beiden freien Gruppen im Stieglitzhaus könnten dann unter städtischer Kita-Regie weiterbetrieben werden.