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Nicht für Alleinerziehende? Irritation ums Baukindergeld

Mit dem Baukindergeld soll der erste Erwerb einer Immobilie gefördert werden Foto: jd
tk. Landkreis. "Ich war empört", sagt die WOCHENBLATT-Leserin Rena Jarck. Was ihren Blutdruck nach oben trieb: Um ihrer Tochter, eine alleinerziehende Mutter, bürokratische Arbeit abzunehmen, hatte sie sich bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erkundigt, wie das Verfahren sei, um an das geplante Baukindergeld zu kommen. Die Antwort des KfW-Mitarbeiters: Ob Alleinerziehende überhaupt die von der "Groko" geplante Untersützung beim Immobilienkauf bekämen, stehe noch nicht fest. Rena Jarck: "Das ist doch der Hammer!"
Kann das wirklich sein? Ein Herzstück der Sozialpolitik von CDU und SPD ist nur für Familien im Sinne von Vater, Mutter, Kind bestimmt? Das WOCHENBLATT fragt nach.

Sybille Bauernfeind, stellvertretende Sprecherin der KfW, erklärt, dass zu vielen Detailfragen derzeit noch keine Antworten möglich seien. Die KfW und das Bundesministerium des Inneren (BMI) würden an diesen Details arbeiten. Das ist weder ein Ja noch ein Nein zu der konkreten Frage von Rena Jarck.

Die beiden Bundestagsabgeordneten Svenja Stadler (SPD, Kreis Harburg) und Oliver Grundmann (CDU, Kreis Stade) versichern aber, dass es das Baukindergeld auch für Alleinerziehende gebe. Svenja Stadler: "Das Baukindergeld ist an den Kindergeldbezug bzw. den Kinderfreibetrag gekoppelt. Das heißt, auch Alleinerziehende können das Baukindergeld beantragen." Und Oliver Grundmann geht jetzt von schnellen Entscheidungen aus: "Bis zum Wohnungsbaugipfel am 21. September wird das Baukindergeld als Förderprogramm der staatlichen Förderbank KfW starten.“

Um letztendliche Klarheit zu bekommen, die Nachfrage im BMI. "Auch Alleinerziehende werden Baukindergeld beantragen können", sagt Dr. Harald Neymanns, Sprecher im Ministerium. Diese Information dürfte helfen, damit der Blutdruck der WOCHENBLATT-Leserin wieder sinkt. Es stellt sich allerdings die Frage, warum es überhaupt zu solchen Irritationen bei einem solch großen Programm kommen muss. Es soll, das haben die WOCHENBLATT-Nachfragen auch ergeben, derzeit "viel Druck auf dem Kessel sein". Das Baukindergeld soll endlich beantragt werden können, doch - wie die Sprecherin der KfW treffend feststellt, stünden Details noch nicht fest. Wenn nicht im September der Startschuss falle, dann - so eine diplomatische Sprachregelung in Berlin - wird es Herbst werden. Und der endet kalendarisch erst am 21. Dezember. 

• Die große Koalition will mit dem Baukindergeld den Kauf von Immobilien erleichtern. Pro Kind werden jährlich über einen Zeitraum von zehn Jahren 1.200 Euro gezahlt, wenn das Einkommen nicht über 75.000 Euro liegt. Voraussetzung ist auch, dass zum ersten Mal ein Haus oder eine Wohnung erworben wird.